„Black Sabbath“

am

31 Days of Fright – Tag 23

©EMS
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Prägend für den gesamten Horrorfilm, heute nur noch den wenigsten ein Begriff: Mario Bava. Der Urvater des italienischen Horrors schuf schon vor Fulci und Argento Filme, die bis heute begeistern, faszinieren und einen Schauer über den Rücken der Zuschauer jagen. Tatsächlich: „Black Sabbath“ (ich bleibe beim englischen Titel, der nicht zuletzt auch die gleichnamige Band inspirierte) ist einer der ersten Filme, die mich seit langem wieder richtig gegruselt haben.

Es ist fast schon lächerlich, wie punktgenau und stilsischer Bava inszeniert. Seine drei Gruselwelten, sind zwar thematisch eher auseinandergelegen, dennoch ist seine Ästhetik grenzenlos in ihren Übergängen vom gialloesken Kammerspiel, zum osteurpäischen Goth-Horror und finalen Edgar-Allan-Poe-Hommage. Ein Sog entsteht in diesen Bildern, die mit pingelig genauer sorgfalt gemalt werden und bei denen eine ganz klare Trennlinie herrscht, was gezeigt wird, und was nicht. Bava kreiert Räume, in denen alles möglich ist, in denen die surreale Künstlichkeit zur beinharten Realität wird und sich die Beleuchtung und Ausstaffierung gemeinsam zum Instrument des Unheivollen machen. Der wahre Horror ist dann oft nur ein kurzer Wink, der sich aber beim Zuschauer einbrennt und ihm eine Gänsehaut verschafft.

Die Geschichten beginnen undurchsichtig – man braucht eine Weile, um zu erkennen, wo Bava hinwill. Er beginnt mit Suspense Fingerübungen, die sich – wie auch der unterlegte und als auditives Werkzeug des absolut makabren bestens funktionierende – langsam, wirklich langsam, immer mehr steigern, bis sie einen kurzen, erruptiven Höhepunkt erreichen, an dem alles zusammenkommt. In dieses, nennen wir es mangels besserer Alternativen, Schema bröselt Bava immer wieder kleine Brocken ein, die wie Stolpersteine wirken, sodass man sich ja nicht an etwas gewöhnt, sich gar wohl dabei fühlt, unwohl zu sein. In diesem Sinne erschafft Bava beinahe schon etwas völlig Außergewöhnliches, dass vor allem auch eine Unnahbarkeit mit sich trägt, mag man dies positiv oder negativ verstehen. Jedenfalls: „Black Sabbath“ ist ein gruseliger Horrorfilm und erfüllt damit eine nicht mehr selbstverständliche, Selbstverständlichkeit.

©EMS
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Empfehlenswert für Halloween weil: eh jeder einmal einen Film von Bava gesehen haben sollte und ich mich dafür schäme erst jetzt, diesen Film gesehen zu haben. Abgesehen davon stammt „Black Sabbath“ aus einer ganz anderen Schule eines Altmeisters, mit der Bekanntschaft zu schließen, ein lohnendes und weiterbildendes unterfangen ist, selbst wenn man nicht zwingend, Gefallen daran findet.

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