„Sinister“


31 Days of Fright – Tag 22

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© Universal Pictures
Die Blumhouse Produktionen sind beinahe wie das Horrorgenreebenbild der charakterlosen Fließbandproduktionen aus dem Hause Marvel/Disney, denen sämtliche Individualitäten abgeschliffen werden und einen mauen Einheitsbrei resultieren. Dies könnte man auch vom Horror-Thriller Sinister denken. Doch solche Erwartungen werden zum Glück nur teils erfüllt.

Durchschnittlich wird die Geschichte über den skandalösen Autor Ellison Oswalt, gespielt von Ethan Hawke, ins Rollen gebracht. Das Familienleben wird grob skizziert, mysteriöse Vorfälle werden in Konversationen angeschliffen und das Geheimnis des neuen Zuhauses wird schleichend eingeleitet. Mit Konventionen wird demnach nicht gespart. Trotz alledem besitzt der Film einige inszenatorische Raffinessen, die dem Mainstream-Horror einen kleinen Stempel aufdrücken. So werden einige Male recht grausame Snuffvideos gezeigt, die Oswalt bei sich auf dem Dachboden findet.

Die Rohheit der Materialien und die schaurige Soundkulisse kreieren in ihrer Gesamtheit eine teuflische Atmosphäre, die durchweg zündet. Von dort an wird mit der Furcht des Zuschauer überaus fies gespielt, was eine Reihe von Jump-Scares mit sich zieht. Deren Einsätze weisen üblich auf die nicht besitzende Fähigkeit des Filmemachers hin, qualitativen Horror inszenieren zu können – wie es bei fast jeder Blumhouse Produktion der Fall ist. Doch bei Sinister ist ihr Gebrauch oft anders als erwartet. So füllen die „Jumps“ gar das gesamte Bild und kosten ihre Böswilligkeit in vollen Zügen aus. Analog wird mit dem Soundpegel nicht zögerlich umgegangen, wodurch das Format wiederum recht transparent wird.

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© Universal Pictures
Durchaus zerrt der Horror-Thriller oft an den Nerven und zeigt dies bereits anhand seines subtilen Vorspannes. Auch die beginnenden Elemente des Okkultismus behalten die dichte Atmosphäre bei. Nur leider mündet die Geschichte in einem -für die heutigen Mittel- zaghaften Twist, der aufgrund seiner Inszenierung enttäuschend unseriös ist. Statt totalem Terror oder bösartigem Splatter klingt das Geschehen mit Fantasy-Grusel aus, das in seiner unverblüffenden Form zu wenig Konsequenz und Charakter erweist. Entschädigender Weise glänzt Ethan Hawkes intensives Schauspiel über die Dauer des Filmes hinweg.

Empfehlenswert für Halloween, weil: die tatsächlich üblen Snuffvideos und deren Vertiefung waschechten Grusel fabrizieren, der sich mit hinterlistigen Jump-Scares den Wolf tanzt. Wer dazu noch auf unmoralischen Okkult steht, kommt hier ordentlich auf seine Kosten.

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