„From Dusk Till Dawn“


31 Days of Fright – Tag 20

©Studiocanal
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Und wohin geht die Reise? Mexiko. – Was gibt es in Mexiko? Mexikaner.

1996 vereinigten sich zwei begabte Regisseure, Quentin Tarantino und Robert Rodriguez, und machten einen der Partyfilme des Splattergenres, bei dem beide Inszenierungsstile aufeinandertrafen. Tarantino, der die Filmwelt bisher dahin mit Reservoir Dogs und Pulp Fiction längst revolutioniert und sich mit seiner Stilistik bereits einen Kultstatus aufgebaut, hat Rodriguez seine höher budgetierte Neuverfilmung von „El Mariachi“ in die Kinos gebracht und einen stylischen Over-the-Top Actioner abgeliefert.

Aus dieser Kombination entsteht eine Konglomerat aus Gangsterfilm, Road Movie und Vampirsplatter. Die Vermischung aus Ernsthaftgkeit und übertriebenen Gewalttaten spaltet sich allerdings voneinander ab. Beginnt From Dusk till Dawn noch als ultracooles Dialogewitter mit fiesen Charakteren und Geschmacklosigkeiten und Einblicken in ein Familiendrama, wandelt sich das muntere Leben unseres Gangsterduos schon bald in ein Überleben in menschlichen Überresten. Noch einmal die Sau rauslassen, richtig Party machen, verbunden mit dem Spaß für den Zuschauer. Exakt nach Hälfte der Laufzeit verwandelt sich „From Dusk Till Dawn“ in splattrigen Edeltrash, der jedoch nicht vergisst seine düstere Atmosphäre auszukosten, auch wenn tendenziell die Richtung des Funsplatters eingeschlagen wird. Die letzten Überlebenden müssen sich verschanzen und improvisieren, um den Morgengrauen noch erleben zu dürfen, wobei es keinen Unterschied mehr macht zwischen Täter und Opfer macht.

©Studiocanal
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Der Stilumbruch offenbart dabei jede Menge abgeschlagene Prothesen, literweise Kunstblut und Schleim und skurille Rollen, beispielsweise Tom Savini, der als Sex Machine direkt eine Waffe im Schritt hat. Ob  „From Dusk Till Dawn“ jedoch seinen Kultstatus verdient hat ist fraglich, denn so verlässt sich der Film zu Beginn zu sehr auf die poetischen Dialoge Tarantinos und artet im Titty Twister gelegentlich schon zu überspitzt aus, dass man sich fragt ob weniger nicht letztendlich mehr gewesen wäre. Ein ausgezeichneter Film bleibt trotzdem, nicht nur weil diese Sause herrlich konsequent inszeniert wird, sondern auch, weil das Geschehen vom ausgezeichneten Soundtrack von „Tito & Tarantula“ und „Graeme Revell“ begleitet wird. Ultracool, manchmal zu sehr auf der Stirn tätowiert, bleibt ein exploitativer Genrebastard von Tequila, der vor Blut und Gedärm nur so trieft. Wem es schmeckt, Wohl bekomms!

Empfehlenswert für Halloween weil: Einfach die Mischung aus Tarantino und Rodriguez genau so köstlich wird wie es sich anhört. Hirn aus, Bier auf und abschalten! Soll wohl mit Freunden großen Spaß machen.

 

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Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Filmschrott sagt:

    Der Kultstatus ist doch ohnehin nicht beeinflussbar. Wäre der Film von Beginn an ein reines Vampirgemetzel gewesen, hätte er diesen Status vielleicht nie erreicht. Es macht dann wohl doch einfach die Tatsache aus, dass der Film „anders“ ist. Gerade dieser Umstand sorgt ja meist für Kultstatus.

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