„Vier Fliegen auf Grauem Samt“

am

31 Days of Fright – Tag 9

©Koch Media
©Koch Media

Nachdem Dario Argento letzten Oktober gleich drei Mal bei uns vertreten war, wird er auch diesen nicht zu kurz kommen. Obgleich ich auch leider mit „Vier Fliegen auf Grauem Samt“ einen Eintrag aus seiner Flmografie ausgesucht habe, der weniger gut dazu geeignet ist, sich einen Eindruck vom Schaffen Argentos zu bilden.

Denn das hat dieser Film durchaus mit „Poltergeist“ gemeinsam: beide Filme wirken nur geringfügig so, als ob der auf dem Cover stehende Regisseur auch tatsächlich hinter der Kamera Platz genommen hätte – bei „Vier Fliegen auf Grauem Samt“ ist das zum Glück weniger der Fall als bei „Poltergeist“. Das beginnt schon damit, dass der Film um einiges plotorientierter und weniger ästhetisch-ausladend ist, als beispielsweise noch sein Debütfilm „Das Geheimnis der Schwarzen Handschuhe“. Auf ein flottes und zielstrebiges Einführen der Grundsituation in den ersten Minuten, folgt ein ewig langes Whodunnit-Rätselraten, das sich so gar nicht nach der eigentlichen expiremntierfreudigen Kraft Argentos anfühlt. Er hält sich mit Geplänkel auf, das keinen interessiert. Mündet die schleppend voranschreitende, völlig uninteressante und (am schlimmsten:) konventionelle Krimi-Handlung dann schließlich im Finale, wird man auch noch mit reichlich Küchenpsychologie konfrontiert, die allerbestens nur ein müdes Gähnen beim Zsuchauer verusacht.

Ebenso abstrakt wirkt die komödiantische Dauerbeschallung des Films. Möglicherweise mag dies an der Snychro liegen, doch kein einziger dieser zu dick aufgetragenen und zu gequält verusuchten Gags kann wirklich zünden. Dabei ist mir im italienischen Genre-Film für gewöhnlich immer ein willkommenes Mittel zur Überhöhung und Überspitzung. Auch Bud Spencers Auftritt im Film wirkt eher wie flüchtig hineingeschrieben, ohne Sinn und Verstand.

4-2
©Negativ Film

Trotzdem muss man „Vier Fliegen auf Grauem Samt“ auch den ein oder anderen wirklich fantastischen Regieeinfall zu Gute halten, der den Film davor bewahrt auf „Poltergeist“-Niveau zu fallen. Seien es die High-Speed-Kameras, die Kugeln einfangen, oder die Konzentration darauf, das auditive visuell einzufangen. Hier lässt Argento spannende Momente entstehen, die es verdient hätten, weiter ausgelotet zu werden und nicht im gezwungenen Korsett des Handlungsfilms unterzugehen. Auch Ennio Morricones Filmmusik weiß guten manchen Moment fast schon im Alleingang herzuzaubern, doch auch sie reicht nicht mehr aus, um den Film ins stabilde Mittelfeld zu hieven.

Empfehlenswert für Halloween weil: man als Horrorfan und Cineast sowieso das gesamte Oeuvre Argentos kennen sollte und wenn man keine bessere Alternative hat – ACHTUNG: Eine Besprechung zum Meisterwerk „Opera“ kommt noch! – kann man schon, wenn auch mit gedämpften Erwartungen, mit „Vier Fliegen auf Grauem Samt“ vorlieb nehmen.

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