„The Light Between Oceans“


Regisseur Derek Cianfrance ist zurück und hat sich mit seinem Vorgänger The Place Beyond The Pines die Messlatte sehr hoch gesetzt.

© Constantin Film
Das mittlerweile dritte Melodrama von Cianfrance erzählt von dem Kriegsveteran Tom, der einen einsamen Job als Leuchtturmwärter auf einer kleinen, menschenleeren Insel annimmt. Während seiner zwischenzeitigen Festlandsbesuche baut er eine Beziehung zur liebevollen Isabel auf und heiratet sie schließlich. Über die Jahre, gemeinsam auf der Insel lebend, scheitert der Versuch ein Kind auf die Welt zu bringen. Eines Tages aber nähert sich ein Rettungsboot mit einem Baby dem Leuchtturm. Sie beschließen es zu behalten und ziehen das heranwachsende Mädchen wie ihr eigenes auf. Doch nach einer Begegnung mit der leibhaftigen Mutter lassen die Gewissensbisse nicht lange auf sich warten.

Das Drehbuch folgt einer einfach überschaubaren Story, die recht simpel erzählt ist. Dabei kommt es zu keinerlei Wendungen oder frischen Einfällen. Doch das schadet dem Film nur gering. Seine schauspielerischen und visuellen Elemente haben dabei einen deutlich vorrangigen Platz. Schließlich zeichnet sich das Kinoerlebnis durch die emotionale Identifikation aus, die keineswegs erzwungen oder künstlich aufgedrängt wirkt. Da ist The Light Between Oceans seinen gefühlsunechten Genrekollegen weit voraus.

Die Figuren sind zwar allesamt altbekannt gezeichnete Charaktere ohne Wiedererkennungswerte, doch bekommen sie erst durch ihre schauspielerischen Interpretationen Substanz. Michael Fassbender und Alicia Vikander harmonieren unfassbar stark zusammen und sind wohl mit am wichtigsten für die gesamte Wirksamkeit des Filmes. Ihr Zusammenspiel lässt das Gesamtwerk letzen Endes als hochwertiges Schauspielkino dastehen und stellt beinahe alle anderen, elementaren Mitwirkungen in den Schatten. Doch die eine Ausnahme bilden die ausdrucksstark gefilmten Bilder, die ebenso kräftig wie empfindsam sind. Dank ihnen bekommt die Melancholie des Filmes einfühlsame Farben, wodurch die Dramaturgie deutlich gestärkt wird.

© Constantin Film
Rein inhaltlich sei zu The Light Between Oceans nichts mehr hinzuzufügen. Schließlich stellt es klassische Konflikte eines Dramas dar und behandelt diese überaus konventionell. Doch das missfallendste ist der ausufernde Ausklang und die damit verbundene Milderung der Dramatik. Zu wenig wird inhaltlich nachgehakt, sodass er schnell vergessen werden kann nach dem Verlassen des Saales und kaum nachhaltig beschäftigt. Aus diesem Grund ist Derek Cianfrances neuster Film keineswegs ein überdurchschnittlicher Film, doch wunderschön gefilmtes und herausragend gespieltes Kino, dass die richtigen Töne mit nahegehenden Emotionen trifft.

6

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4 Kommentare Gib deinen ab

  1. franziska-t sagt:

    Klingt genau so was ich von diesem Film erwarte. Großes Schauspielkino und viel Drama. Mehr braucht’s manchmal gar nicht um mich glücklich zu machen. Leider läuft der Film bei mir in der Gegend nicht im Kino, muss also wohl oder übel auf den DVD-Start warten.

    1. Robin sagt:

      Schade, denn auf der Leinwand geben die Bilder einiges her. Dafür gehen die schauspielerischen Leistungen nicht verloren.

  2. amourfoufilm sagt:

    der erste Nicht-Voll-Verriss den ich lese..

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