„Point Break“


Das Remake von Katheryn Bigelow´s 90er Jahre Thriller reiht sich mit in die Sparte der besseren Remakes. Warum erfahrt ihr in unserer Kritik!

©Concorde

Natürlich lässt sich wieder darüber streiten, inwiefern der solide Thriller mit Keanu Reeves und Patrick Swayze mit einem Remake für die neue Generation tauglich gemacht werden musste und ob eine Geldverschwendung von satten 105 Millionen Dollar nötig gewesen wäre. Aber im Prinzip macht Ericson Core in seiner Darstellung auch nichts anderes als Katheryn Bigelow in den frühen Neunzigern.

Man vereine stuntgeile Ökoleute auf der Suche nach der perfekten Linie, würze sie mit etwas Spirutalismus und platten Machoattitüden und lasse sie in wilden Stuntszenen majestätisch durch die Lüfte gleiten, mit dem Snowboard steile Hängen hinunterrasen oder in Raubüberfällen ganze Geldsäcke im Sturzflug „befreien“. Optisch, im Kino noch mit solidem 3D, macht das Remake deutlich was her und ist handwerklich befreit von sinnlosen CGI-Massen, abgesehen von einer Szene. Was Ericson Core schafft, ist eine unfassbare Präsenz der Athletik auf den Fernseher zu zaubern, während echte Stuntmen Kopf und Kragen riskieren. Abgesehen von seinen spirituellen Ausrutschern über den Sinn des Lebens, gelingt es auch hier aufzuzeigen warum sich Ermittler Utah schwer damit tut, seine Gruppe zu infiltrieren und in der legendären Schussszene, die selbstverständlich auch hier rezitiert wird, eben nicht auf Bodhi schießt.

In Anbetracht der Remakewelle kann man Point Break also durchaus als gelungen ansehen. Es fehlen allerdings charismatische Charaktere und vor allem Profil, denn außer perfektionierte Dynamik und Ästhetik und den Stunts, die dem Actionkino neue Maßstäbe setzen, verbirgt sich auch hier nur eine konventionelle Geschichte, dessen Ausgang bereits im Vorfeld klar ist und auch sonst eher überraschungsarm ist. Filmischer Durchschnitt der optisch überragend ist und auch ohne 3D Fernseher eine unfassbar Tiefe der Bilder entwickelt. Wem das für einen gemütlichen Abend reicht hat seinen perfekten Film gefunden, Hardcore-Fans des verkitschten Originals sollten allerdings tief Luft holen. 16 Minuten Abspann sollten dafür ausreichen.

5

 

 

 

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6 Kommentare Gib deinen ab

  1. jacker sagt:

    Fandest du das Colourgrading okay? Mir war das einfach too much und hat die kraftvollen Natur-Motive ziemlich stark geschwächt!

    1. Sean sagt:

      Das sah halt sehr digital aus und war zu blau?, weswegen die Aufnahmen dennoch phänomenal waren. Hatte den aber im Januar auch schon in 3D im Kino gesehen, da war das noch nicht so schlimm

      1. jacker sagt:

        Grün. Alles war Grün. Himmel, Schnee, Sand. Fand ich sehr schade 😦

      2. Sean sagt:

        Ansonsten halt Müllcharaktere, Müll Spiritualität, fette Stunts in Grün.

      3. jacker sagt:

        Ja, ich hab als Snowboarder, ex-Skater und Surfer echt eine gute Faszination aus den Action-Pieces ziehen können!

      4. Sean sagt:

        Wäre ich sportlich und könnte gut mein Gleichgewicht halten, würde ich auch sofort raus und Action machen. So bleibt mir nur der Sprung aus 10 Meter Höhe auf Seilbahnen

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