„Die Vorsehung“


Schon lange keinen spannenden Serienkillerfilm gesehen? Auch Die Vorsehung wird diese Flaute nicht überbrücken!

©Concorde

In den 90er Jahren offenbarte die Filmwelt viele Perlen, die die heutige Genrewelt des Thrillers geprägt hat. Sei es ein Hannibal Lecter oder  die Paketsendung von John Doe. Die Vorsehung versucht leider wie ein Nachfolger von letzterem zu wirken, auch wenn sich die Ambitionen recht schnell in Luft auflösen. Wer in den letzten 20 Jahren jeden Thrillerfilm verpasst hat, könnte in Die Vorsehung noch die ein oder andere Überraschung entdecke. Alfonso Poyart folgt zwar den richtigen Ambitionen, kann sein Werk allerdings nur altbackenem Muster inszenieren, dass zumal noch Stars im Überfluss verpulvert. Langweilig inszenierte Spannung nach bekannten Muster in ekelhaft digitaler MTV Optik. Man kann sich gar nicht vorstellen, wie viel Potenzial hier verschenkt wurde, sei es durch zu viele Charakter, die Schauspieler, die sich völlig unter Wert verkaufen (Anthony Hopkins Mimik ist ähnlich lustlos wie der Film). Komplett missraten ist die Vorsehung allerdings nicht.

Stellenweise kommt hier doch recht ansehnliches Tempo und tolle Intensität zustande, auch wenn der Film darauf abzielt, den Zuschauer gelegentlich mit einem völlig deplatzierten und unnötigen Jumpscare aus der Ruhe zu bringen. Im Finale darf Colin Farrell, ähnlich wie der Film, ordentlich Gas geben und hebt den Film damit auf ein Level der schmerzhaften Freude. Wenn sich beide nämlich konkurrierend versuchen,  mit ihren hellseherischen Fähigkeiten sich gegenseitig den Garaus zu machen, hat das beinahe Züge von Bad Taste Humor. Auch in seiner optischen Gestaltung kann „Die Vorsehung“ gelegentlich mit schmucken Einfällen protzen, was ihn allerdings nicht vor dem unteren Mittelmaß rettet. Es ist schade, dass nur große Vorbilder im Fokus liegen und die Optik davon ablenken soll, dass man auch hier nur oft recyceltes Material sieht, dass maßgebend für seine Lustlosigkeit auch keinerlei Überraschungen zu bieten hat. Wem große Genrebeiträge in der Liste noch fehlen, beispielsweise „Sieben“, der wird hier zumindest prächtig unterhalten. Der Rest wird ihn sicherlich so schnell vergessen, dass man eine Vorsehung bräuchte um bestimmte Puzzleteile aus dem Film wieder in Erinnerung zu rufen.

 

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