„Das Haus des Bösen“


Ehe Steven Spielberg sich der Blockbuster Industrie verschrieb erschien 1972 ein kleiner, unbekannter Independentfilm des Gruselgenres. Zeigt sich hier schon das Talent des späteren Hollywoodgiganten?

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©Schrödermedia

Ein Jahr nachdem Steven Spielberg mit „Duell“ der Durchbruch gelang erschien ein Werk von ihm, das damals bereits wenig Aufmerksamkeit zugeteilt bekam und heute zu den vergessenen Klassikern zählt. Mit „Das Haus des Bösen“ (oder wie der englische, viel besser harmonierende Titel lautet: „Something Evil“) drehte der junge Spielberg nach „… und die Albträume gehen weiter“ seinen zweiten Film im Horrorgenre. Interessant dabei ist, dass man Spielberg heutzutage mit vielem in Verbindung bringt – doch das er auch in diesem Genre aktiv war wissen die Wenigsten.

Gut so, dass sich Spielberg in seinen späteren Filmen nicht mehr an diese Gattung herangewagt hat, könnte man sagen, nachdem beide Filme nicht zu seinen prächtigsten gehören. Doch ob man ihm hier wirklich einen Vorwurf machen kann ist äußerst fragwürdig, denn die inszenatorischen Fähigkeiten Spielbergs sind somit das Beste am gesamten Film. Insbesondere die durch hervorragende Kameraarbeit erzeugte Atmosphäre und der parallel dazu gespielte Sound, gepaart mit dem wohl dazu harmonierenden Schnitt lassen erkennen, das zumindest Spielberg wusste, was er als Endprodukt haben wollte. Auch lassen sich in „Das Haus des Bösen“ bereits viele, später für Spielberg typische stilistische Merkmale erkennen. So erinnern die Zeichnung der Figuren und deren Inszenierung sehr an Filme wie „Duell“, während man die humorvollen Facetten, mit denen dieser Geisterfilm ausgestattet ist in „Der weiße Hai“ wiederfinden kann.

Was man „Das Haus des Bösen“ hingegen negativ ankreiden muss ist ganz klar die finale Auflösung. Die daraus resultierende Botschaft, dass Liebe stärker als der Teufel ist wird viel zu kindlich, zu naiv-kitschig, zu einfältig übermittelt um überhaupt noch als charmant durchgehen zu können. Der Höhepunkt, auf den man wartet bleibt aus, stattdessen versucht Spielberg hier den Zuschauer auf emotionaler Ebene zu berühren, doch Kitsch allein reicht dazu nicht aus.

„Das Haus des Bösen“ ist für Spielberg-Fans insofern interessant, da er den Regisseur in ungewohntem Terrain zeigt. Doch viel mehr als „interessant“ ist dieser Film dann auch nicht, sodass man im Endeffekt nachvollziehen kann, weshalb dieses Werk es nie geschafft hat, große Publicity zu genießen.

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