“Crimson Peak“


Guillermo del Toros Spuckhaus ist ab sofort im Laden erhältlich. Doch zu viel sollte man sich nicht vom Kauf erhoffen.

© Universal Pictures
Das klassische Gothic-Horrorgenre findet immer wieder seinen Weg auf die Leinwand zurück. Den letzten, nennenswerten Versuch, die Form dieser altertümlichen Stilrichtung anzunehmen, machte sich „Die Frau in Schwarz“ der kultigen Hammer Studios zugunsten. Doch wo dieser noch hohe Spannung durch Atmosphäre und nachhaltigen Denkzetteln erzeugt, schafft es „Crimson Peak“ nur hohe Farbkontraste und die damit verbundene Verstärkung von Schattierungen zu nutzen, um eine schaurig schöne Ästhetik zu erzeugen. Das Drehbuch verkommt dabei zur Nebensächlichkeit.

Tatsächlich ist del Toros neuster Gruselfilm wieder einmal ein Augenschmaus und schafft es dadurch mehr als verdient einen respektablen Eindruck zu hinterlassen. Besonders hervorzuheben sei die durchweg brillante Beleuchtung und der geschätzte Wert gegenüber handlichen Effekten. Doch nach endlos sich wiederholenden Szenarien vom Vorbeischweifen skelettartigen Geistern und deren darauffolgenden Jump-Scares verliert auch die wunderschöne Visualität irgendwann ihren Reiz. Besonders nach einem solch hervorragenden Einstieg ist es überaus enttäuschend, dass dieser der beste Teil des Filmes ist. Denn umso länger es dauert, bis das Geschehen schließlich den Kern der Story erreicht, desto schneller wird die narrative Plumpheit deutlich. Das Endprodukt wälzt sich daraufhin förmlich in konventionellen Charakterentwicklungen und allseits bekannten Erzählstrukturen. Dazu erscheinen immer wieder neue, kleine Handlungsansätze, die entweder unpassend oder aufgezwungen wirken.

© Universal Pictures
Trotz alledem blühen doch noch die emotionalen Passagen des Films überaus gut auf, was besonders auf das schauspielerische Können der beiden Hauptdarsteller zurückzuführen ist. Doch wenn nur die Liebesgeschichte in einem Gruselfilm überzeugen kann, wird deutlich, dass del Toro sein Ziel bei weitem nicht getroffen hat. Ebenso wenig wird auch dem Zuschauer etwas auf den Weg gegeben. Wenn der Abspann anläuft, gibt es kaum prägnante Anhaltspunkte, die im Kopf bleiben und diskussionsbereit sind. Spätestens an diesem Punkt wird die nicht vorhandene Aussagekräftigkeit von „Crimson Peak“ deutlich.

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