„Project-M – Das Ende der Menschheit“


Es scheint unglaublich; auf dem Jupitermond Europa wurde Wasser gefunden! Kann diese Entdeckung möglicherweise die Wasserknappheit unten auf der Erde stillen?

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©MIG Film

„Project-M – Das Ende der Menschheit“ ist, wie in den letzten Jahren bereits einige Filme auf dem Gebiet des Science-Fiction Filmes eine Mischung aus Dokumentation und Sci-Fi-Thriller. Dass dieses interessante Experiment bisher leider meist ohne Erfolg blieb lässt sich sehr schön anhand des 2013 erschienenen „Europa Reports“ belegen. Die Problematik dieses Filmes bestand zumeist darin, seine Entdeckungstour auf einem fremden Planeten zu inkonsequent durchzuziehen. Ohne den Mut, wirkliche Hypothesen und Theorien aufzustellen, ganz gleich der Tatsache ob diese nach unserem heutigen wissenschaftlichen Verständnis realitätsbezogen erscheinen oder nicht, gibt der Film lediglich ein paar kleinlaute, wenig überzeugende Kommentare von sich.

Aufgrund des Scheiterns von „Europa Report“ könnte man nun, ganze zwei Jahre später meinen, dass Filme wie „Project-M“ daraus gelernt, die Schwächen korrigiert und überarbeitet haben und dem Zuschauer einen intelligenten, innovativen Genreabenteuerfilm präsentieren können. Das Resultat jedoch ist negativ; „Project-M“ macht alles genauso wie seine Genrevorgänger. Durch eingeschnittene Interviews mit den verschiedenen, allesamt unsympathischen Charakteren wirkt dieses Werk mehr wie eine budgetsprengende Episode von „Mitten im Leben“ als ein seriöser Science-Fiction Film, nicht zuletzt durch die schwache Charakterzeichnung, die eine Flutwelle an überdramatisierte Szenen zur Folge hat. Zwar versucht „Project-M“ dem Zuschauer eine emotionale Bindung zu den Charakteren zu ermöglichen, scheitert jedoch durch deren Überzeichnung und so ist das Resultat eine traurig gleichgültige Einstellung des Zuschauers gegenüber den Figuren. Zu Gute halten muss man dem Werk von Eric Piccoli jedoch die audiovisuellen Aspekte, die „Project-M“ zumindest optisch zu einem höchst ansehnlichen Werk machen.

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©MIG Film

Vorangetrieben wird die grundsätzlich interessante Story durch das Finden von Wasser auf dem Jupitermond Europa, allerdings weiß auch dieses Werk dem Zuschauer durch diese neuartige Entdeckung keine Denkanstöße mit auf den Weg gebend geschweige denn gewagte, möglicherweise gar kontroverse Hypothesen aufzustellen. Diverse Themen lediglich anschneidend versäumt „Project-M“ es zudem, den Großteil seiner Gedanken zu einem Ende zu führen, was das Erkennen einer Botschaft in dem französisch-kanadischen Film zu einem großen Problem werden lässt. Die gewollte Intention des Regisseurs liegt zwar in der Luft, wird aber nicht anhand des Filmes belegt.

„Project-M“ ist einmal mehr verschenktes Potential, ein Film von gigantischer Leere, dem es deutlich besser getan hätte ein größeres Wagnis einzugehen und im positivsten Falle gar eine Reise zu jenem Jupitermond anzutreten, den Zuschauer mitzunehmen auf eine Odyssee von gigantischem philosophischen Ausmaße, die Denkanstöße, Interpretationen und Fragen über Fragen aufwirft. Doch bei diesem Endprodukt ist die einzig entscheidenden, den Zuschauer traurig stimmende Frage, weshalb es denn nur so wenige Filme schaffen, die Schönheit und die Weites des Weltraums und des Universums greifbar zu machen.

Project-M

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4 Kommentare Gib deinen ab

  1. Eric Piccoli sagt:

    So bad you didn’t like it. Sorry Marc.

    1. Marc sagt:

      It’s not that I didn’t like it. 5/10 means „Okay“. „Project-M“ has a few very good scenes, and optically it’s absolutely perfect, but the characters are for example not very well written and the trips into their different past seem quite dull. I think I know what the message of this one should be, and it’s a good and sympathic one, but the way it’s transmitted is not as good as for example the transmission of the almost same one in the Film „2010“ by Peter Hyams. In „2010“ it was much more convincing …

      But I’m asking myself a question; do you were inspired by „Europa Report“?

  2. Eric Piccoli sagt:

    I did see Europa Report after I did Project-M, I was shooting the film when the other one came out.

    I hate what they did the German poster and title, I had no control over it “ Das Ende Der Menschheit“, it really sucks.

    But if you didn’t like the characters‘ backstory and found that it was quite dull, what can i say. It worked for others, it didn’t work for you.

    Thanks for writing about the film tho.

    1. Marc sagt:

      Thanks for you answer! I asked that cause the films looked quite similar, especially with their documentary features.

      That’s too often the case. „Good Will Hunting“ for example has the terrible german title „Der Gute Will Hunting“, totally unnessecary because it means exactly the same like the original title – only that the german one sounds much more worse. I don’t know why they do this so often. My personal favourite of this titles is „Mission Impossible: Ghost Protocol“. In Germany it’s named „Mission Impossible: Phantom Protocol“. Why? Just why?

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