„Picknick mit Bären“


Robert Redford spielt in „Picknick mit Bären“ den Reiseberichtautor Bill Bryson an der Seite von Nick Nolte. Ob die Verfilmung des gleichnamigen Buches etwas taugt, erfahrt ihr in dieser Kritik.

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©Alive

Gewiss wird der Film vor allem von den beiden Hauptdarstellern getragen: Robert Redford und Nick Nolte geben im Spiel miteinander ein ungleiches Pärchen ab, das man in seiner Zusammensetzung zwar schon einige Male gesehen hat, durch das Altherren-Paar jedoch trotzdem eine neue Dynamik verliehen bekommt, die sich in dem bestimmten Spiel der beiden Routiniers niederschlägt und einen ntürlichen Fluss entwickelt, der den Zuschauer sofort abholt. So funktioniert der Film in seinem gelassenen Dahinplätschern über weite Strecken allein dadurch, dass die gut getimten Pointen, Wortgefechte und oftmals auch intelligenten Dialogeinfällen von beiden Darstellern in routinierter Perfektion vorgetragen werden.

Schön is es zu sehen, dass Regisseur Ken Kwapis darauf verzichtet, die Wanderung durch die Wälder der Apalachen nicht zum öden Selbstfindungstrip verkommt, sondern die Gegebenheiten viel lieber nutzt, um eine Geschichte vom Wiederentdecken einer alten Freundschaft zu erzählen, die soziale Unterschiede, Privatideologien und Unverständniss über den anderen mal spielend, mal etwas schleppender zu überbrücken weiß. Dabei verzichtet Kwapis auf irgendwelchen Schnickschnack und reduziert seinen Film auf das Wesentlichste. So ist „Picknick mit Bären“ bisweilen ein schöner Wanderspaß ohne großen Mehrwert.

Doch Kwapis verlässt sich leider zu sehr auf sein fantastisches Duo. Formal ist sein Film nämlich absolut uninteressant. Da gibt es kaum ein interessantes Bild, keine nennenswerte Einstellung. Da nutzt auch ein wunderbar ruhiger und entspannter Soundtrack von „Lord Huron“ nicht viel, der begleitend-berieselnd im Hintergrund dudelt. Das ist natürlich enorm verschenktes Potential, wenn dieses Aufeinandertreffen zweier Kinolegenden aussieht wie eine Reisedoku auf 3Sat. Da hilft auch all die Sympathie, die man gegenüber dem Gesamtpacket tatsächlich zu Hauf aufbrigen kann nichts. Dennoch bleibt „Picknick mit Bären“ ein Film der Gelassenheit, der sein Freundschaftsmotiv mit einer Lebensweisheit angeht, die eben mit dem Alter kommt.

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