„Frau in Schwarz“


Daniel Radcliffes Version der „Frau in Schwarz“ ist trotz des relativ jungen Alters schon so etwas wie ein moderner Genreklassiker. Doch wer kennt den ersten Film über Susan Hills Buch, eine TV-Produktion, die bereits 23 Jahre zuvor das Licht der Welt erblickte?

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©Pidax

Es ist schade, doch die Ur-Version der „Frau in Schwarz“ ist ziemlich in Vergessenheit geraten. Dabei kann man diesem Film nicht einmal vorwerfen, zu sehr in die Jahre gegangen zu sein, im Gegenteil. Dieser Film beweist eindrucksvoll, dass man als Regisseur auch bei Tageslicht eine dichte, unheimliche Atmosphäre erzeugen kann. Indem man sich hier sehr viel Zeit mit der Erzählung der Story und der Einführung der Charaktere nahm schleicht sich hier das Grauen in einem langsamen Tempo an, ohne zu irgendeinem Zeitpunkt wie ein Gewitter auf das Publikum niederzubrechen. Die „Frau in Schwarz“ baut glücklicherweise nicht auf billige Jumpscares, sondern auf jene Atmosphäre, auf das Mysteriöse und Unheimliche. Die tollen Sets und Kulissen dienen ideal für die Authentizität der Szenerie, und unterstützen den hervorragend agierenden Hauptdarsteller Adrian Rawlins bravurös.

Regisseur Herbert Wise inszenierte seinen Film so, dass der Zuschauer problemlos in die Gefühlswelt des Protagonisten eintauchen kann. Er ermöglicht ihm, in die Haut von Arthur Kidd zu schlüpfen, und in den Momenten, in denen er sich einsam, ängstlich und verletzbar fühlt es ihm gleich zu tun. Wenn Kidd allein ist, ist der Zuschauer es auch, wenn Kidd eine Person an seiner Seite hat fühlt sich der Zuschauer ebenfalls sicher. Außerdem fällt an seinem Werk ein gewisser britischer Charme auf, der dem Film sehr gut tut.

Und wenn man dann denkt, es wäre alles überstanden, dann packt die „Frau in Schwarz“ erst richtig aus, zaubert ein bitterböses Ende herbei, dass selbst dies der Radcliffe-Version übertrumpfen tut und versetzt Kidd und somit auch den Zuschauer die letzten Minuten in eine Art Trauma, welches, wie im Film relativ deutlich wird, dem, was Veteranen aus Kriegen mit nach Hause nehmen gar nicht so unähnlich ist.

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