„Mad Max II – Der Vollstrecker“


Max Rockatansky irrt, auf der Suche nach Benzin, durch die Ödnis von Australien. Nach einem unglücklichen Zwischenfall sieht er sich mit einer Punker-Horde unter dem Kommando des so genannten „Humungus“ konfrontiert.

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„Mad Max II – Der Vollstrecker“ kommt George Millers Vision näher als sein Vorgänger. Dennoch kann man auch der um ein vielfaches teureren Fortsetzung nicht abstreiten, dass sie alles andere als perfekt ist. Grund dafür ist diesmal allerdings nicht Millers inszenatorische Unerfahren- und Unsicherheit, sondern schlichtweg die Rahmenhandlung.

Während „Mad Max“ seine Schwächen zumindest mit einer sehr erzählenswerten Geschichte überspielen konnte scheitert der zweite Teil der Reihe bereits in diesem Aspekt. „Mad Max II“ zeigt Kreativität einzig in seinen hervorragenden Actionszenen, die leider nur während der letzten 20 Minuten zu bestaunen sind. Ansonsten verliert sich der zweite Teil der Reihe in Belanglosigkeit. Besonders die erste Stunde ist so immens Handlungsarm, keinerlei Charakterentwicklungen oder schicksalhafte Begegnungen, kein Rums und kein Radau, dass deren Inhalt problemlos in zehn Minuten hätte gepackt werden können.

Was „Mad Max II“ hingegen positiv von seinem Vorgänger abhebt ist, neben der noch schöner anzuschauenden Action, dass die Bilder des Filmes dystopischer und realitätsferner wirken. Miller schafft es, dem Zuschauer (anders als noch bei „Mad Max“) eine Zukunftsvision zu präsentieren, die nicht wirkt als spiele sie nur im Outback vom heutigen Australien.

Eine dystopisch aussehende Zukunft bringt allerdings auch immer den Zwang mit sich, Kostüme für die Menschen dort zu finden. Die Wahl derer hätte in diesem Falle nicht trashiger sein können. Mit nacktem Hintern und Punkerfrisur hüpft der Bösewicht mit seinen Handlangern durch die Gegend, anarchisch lachend. Die unfreiwillige Komik dieser Situationen ist deutlich und unangenehm spürbar.

Eine Veränderung zu „Mad Max“ durchlebte, außer der Landschaft, außerdem noch der Protagonist. Mel Gibson sieht seinen Max Rockatansky nicht länger als gewöhnlichen Polizisten an, nicht mehr als den Bürger, der Rache für seine Familie will, sondern als Übermenschen, als Superhelden, der auftaucht und verschwindet. Gibson errichtet einen Schutzkreis um die Figur, eine Art Mysterium, das dem Zuschauer den Einblick in die Gefühlswelt des Protagonisten verwährt. Die Menschlichkeit des liebevollen Vaters aus dem Vorgänger weicht einer emotionalen Kälte.

Als Gesamtwerk betrachtet erreicht „Mad Max II – Der Vollstrecker“ nicht die Stärke des Vorgängers, trotz eines deutlich höheren Budgets und besseren, actionlastigeren Inszenierung. Eine mangelnde Story ist eben schwer durch nur rar gesäte Action zu vertuschen.

Mad Max II

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