„Rambo – First Blood“


1982 – die Geburt einer weiteren von Sylvester Stallone auferweckten Kinolegende. Als Veteran John Rambo bekommt er es mit einer Gruppe von Polizisten zu tun, die ihn wegen Landstreicherei einbuchten wollen.

vlcsnap-2014-02-09-19h44m02s50
©Studiocanal

John Rambo ist ein Vietnam Veteran. Vielfach geehrt für seine Taten und seine Tapferkeit kehrt er nun endlich nach Hause zurück, um sein Leben von neuem zu beginnen. Doch als er durch die kleine Ortschaft „Hope“ auf der Suche nach einem Freund spaziert, wird er vom dortigen Sheriff kurzerhand aus der Stadt geschmissen. Als Rambo sich weigert, nimmt der Polizist ihn mit aufs Revier.

In dieser Polizeistation wird deutlich, welche psychischen und physischen Narben Rambo aus dem Krieg nach Hause getragen hat. Trotz all der militärischen Auszeichnungen ist Rambo kein stolzer Held, sondern eine gebrochene Seele. Für John Rambo sehen selbst ungefährliche und gewöhnliche Gegenstände gefährlich aus, sie erinnern ihn zurück an seine schreckliche Zeit in Vietnam. Als einer der Polizisten versucht, ihn zu rasieren, brennt in Rambos Schädel beim Anblick des kleinen Messers alles durch. Er reißt sich los und flieht aus der Polizeistation per Motorrad in den nahegelegenen Wald. Doch der Sheriff des Städtchens will ihn nicht davon kommen lassen …

Er ist nun komplett auf sich gestellt. Er ist allein. Im Wald. Wie in Vietnam. Jetzt erwacht wieder der Soldat in ihm, der Soldat mit dem Willen zu überleben. Ein Blick in Rambos tiefschwarze Augen verrät, dass er Angst hat. Sie verraten, dass er Gefühle hat. Sie verraten, dass er keine Maschine der Regierung ist, sondern ein Mensch. Und sie verraten noch etwas; Verzweiflung!

rambo-first-blood-2
©Studiocanal

Je länger die Hetzjagd andauert, desto intensiver wird dem Zuschauer ermöglicht, mit Rambo mitzufühlen, ehe irgendwann der Punkt erreicht wird, an dem der Zuschauer endgültig eins mit Rambo ist. Wenn dieser dann seine ganze Verzweiflung in Form eines Monologes herausschreit, dann ist das ein filmischer Moment der unbeschreiblich nahe geht, und ein Moment, der den absoluten Beweis erbringt das Sylvester Stallone viel mehr drauf hat als die Rolle des kaltblütigen und schießwütigen Muskelprotzes.

„First Blood“ ist nicht das, worauf Rambo im Allgemeinen reduziert wird. Er ist nicht das Abfeiern einer unbesiegbaren Ein-Mann-Armee, sondern viel mehr als nur das. Denn im Gegensatz zu den anderen Teilen der Reihe, auf die sich dieser Spitzname bezieht, baut dieser Film nicht auf knallige Action und anspruchslose Unterhaltung. „First Blood“ möchte dem Zuschauer einfach nur vor Augen führen, dass der Schrecken von Vietnam nicht 1975 endete, sondern noch Jahre danach in den Knochen der Veteranen saß. Der Vietnam-Krieg mag vielleicht vorüber sein, doch nun stehen die heimkehrenden Veteranen einem neuen Konflikt gegenüber; dem mit der amerikanischen Gesellschaft.

Advertisements

5 Kommentare Gib deinen ab

  1. xsehu sagt:

    Volle Zustimmung. Es ist schon beinahe erschreckend, wie sehr sich das Franchise um die eigene Achse gedreht hat und von nachdenklicher sozialkritik zu belangloser, häufig schlicht und ergreifend dummer („was macht das blaue Licht? „) Action wurde

    1. Marc sagt:

      Wobei ich „Rambo II“ ebenfalls als anspruchslosen Actionfilm aufgrund der hervorragenden Action sehr schätze. Der dritte hingegen ist totaler Mist. Aber dafür haut „John Rambo“ ja einiges raus, perfekte Mischung aus Schrecken und Gewalt!

      1. xsehu sagt:

        Rambo II fand ich recht unterhaltsam, wenn auch stellenweise doch ziemlich nervig übertrieben. Die andern beiden habe ich noch nicht gesehen, sie reizen mich stand jetzt einfach nicht besonders, Teil 2 (und das Vorwissen was man ja zum Franchise hat) habben mir da die Lust drauf etwas verdorben und, stand jetzt, schau ich mir lieber Hot Shots 2 an 😀

      2. Marc sagt:

        „Rambo III“ kannste dir schenken, aber in „John Rambo“ solltest du unbedingt einen Blick werfen! Aber nut uncut, versteht sich 😉

        Hot Shots 2 habe ich schon ne Ewigkeit nicht mehr gesehen 😀

      3. xsehu sagt:

        uncut ist eh immer ein muss 😀

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s