„M – Eine Stadt sucht einen Mörder“


„M“ erzählt die Geschichte einer Stadt, in der ein Kindermörder umhergeht. Als die Anzahl der Opfer immer größer wird, beschließen die Bürger, das Gesetz in die eigene Hand zu nehmen und den unbekannten Täter zur Strecke zu bringen.

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©Universum Film

„M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ gilt für viele Cineasten als der beste deutsche Film, der jemals gedreht wurde. Nicht nur, dass es dieser Film schaffte, von Kritikern und Publikum gleichermaßen gelobt zu werden, nein, er schaffte es zudem, auch international große Anerkennung zu finden.

Aus heutiger Sicht muss man jedoch sagen, das „M“ inszenatorisch nicht mehr ganz so überzeugend und erschreckend ist wir noch vor 84 Jahren. Einige Kameraeinstellungen, beispielsweise die wechselnde Perspektive zwischen Frosch- und Vogelperspektive, wenn sich ein Riese und ein Zwerg unterhalten, erscheinen leicht abstrus, ja wenn nicht sogar lächerlich. Ebenso mag es schwer fallen, die Handlungsweisen der Bürger zu verstehen. Die gegenseitigen Anschuldigungen, der Mörder zu sein wirken überdreht. Die Panik und Hysterie ist zwar nachvollziehbar, aber dennoch nicht ganz glaubhaft.

Nichts desto trotz hat „M“ noch immer einige sehr clevere und atmosphärische Szenen, wie die Kommunikation unter den Obdachlosen oder den Einbruch in ein Gebäude mit der darauffolgenden Mörderjagd. Der Einsatz von einer gepfiffenen Version von Edvard Griegs „In the Hall of the Mountain King“ verschafft „M“ außerdem eine inoffizielle Titelmelodie, ein Erkennungsstück, das einsetzt, sobald der Mörder in der Nähe ist.

Bei „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ kommt es allerdings weniger auf die Story an, Regisseur Fritz Lang legt seinen Fokus auf die Botschaft, die er übermitteln will. Und diese, auf eindringliche und emotionale Weise herübergebrachte Message gegen Selbstjustiz ist nicht in geringster Weise angestaubt, sie hat nichts von ihrer Brisanz und Aktualität verloren, und trifft den Zuschauer an einem Punkt des Körpers, der einerseits weh tut, aber andererseits auch zum Nachdenken verleitet. Wen kann man für seine Taten zur Verantwortung ziehen, wen nicht? Wer kann kontrollieren was er tut, wer nicht? Dem Zuschauer diese vielen Denkansätze mit auf den Weg gebend verabschiedet sich „M“ mit der Aufnahme eines Gerichtsvorsitzes, welcher über diese Fragen nun debattieren wird.

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7 Kommentare Gib deinen ab

  1. Bogartus sagt:

    Bitte erwähne Peter Lorre in deinem Artikel, denn er hat sich das ganz sicher verdient! 😊

    1. Marc sagt:

      Klar hat er das! Ursprünglich hatte ich es vor, allerdings hatte ich Probleme, seine Leistung in den Kontext meiner Review flüssig einzuordnen. Deshalb hab ich ihn einfach mal mit dem Bild geehrt 🙂

      1. Bogartus sagt:

        Und wieviele deiner Leser werden ihn auf dem Bild erkennen? 😉

      2. Marc sagt:

        Na ich hoffe doch die meisten werden es tun 😀 ansonsten gilt es ne Bildungslücke aufzufüllen 😉

    2. Marc sagt:

      Mal aus Interesse; wie bewertest du den Film denn als Gesamtwerk?

      1. Bogartus sagt:

        Ich habe den Film das letzte mal vor ungefähr 15 Jahren gesehen, ist also schon länger her! 😉

        Fritz Lang ist ein sehr bedeutender Regisseur und Peter Lorre wohl ein sehr besonderer Mensch und auch Schauspieler gewesen. Theo Lingen hatte auch eine kleine Rolle in dem Film! 😉 Das alles spukt schon im Hinterkopf herum, wenn ich den Film bewerten soll.

        Zu der damaligen Zeit war es sicher ein ganz besonderer Film und wir Filmfreunde hätten dem Film wohl 10 von 10 Punkten oder Sternen gegeben. Heute, denke ich mal, hat er sich noch immer 7 – 8 Sterne verdient aber womöglich bewerte ich den Film einfach zu hoch, weil ich eine Schwäche für Schauspieler wie Peter Lorre habe. 😉

      2. Marc sagt:

        In Punkten würde er bei mir wohl eine 6,5 bekommen, da er eben aussagetechnisch hervorragend, aber inszenatorisch doch sehr gealtert ist. Langs bester Film ist er für mich bei weitem nicht, da stehen bei mir noch Filme wie „Metropolis“ oder „Die Nibelungen“ weit drüber ^^

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