„We are still here“


Anne und Paul Sacchetti haben bei einem Autounfall ihren einzigen Sohn verloren. Um wieder zurück ins Leben zu finden, ziehen sie in ein abgelegenes Landhaus in Neu England. Doch bald mehren sich in dem Haus einige unheimliche und unerklärliche Vorkommnisse.

©Tiberius

 Nach üblichen Mustern, so denkt man, wird ein übliches Paar von bösen Geistern terrorisiert. Überraschenderweise jedoch baut „We are still here“ nicht auf klischeehafte Effekthascherei, sondern tatsächlich auf bedrohliche Atmosphäre. Langsam schleicht sich das Böse auf leisen Sohlen an um an perfekten Zeitpunkten überraschend zuzuschlagen. Die wenigen Jump Scares sitzen perfekt und werden durch stillen Terror vorbereitet. In der ersten Hälfte ist „We are still here“ stilsicheres Spukhauskino mit schauriger Atmosphäre und fiesen Effekten, dass in seiner narrativen Geschwindigkeit so entschleunigt ist, um dann in der zweiten Hälfte im Wahnwitz loszubrechen. Aus spannendem Horror wird irrsinniger Splatter, Erwartungen werden gekonnt ignoriert und mit einem bluttriefenden Finale ins Ziel gebracht. Wie in einem abstrakten Kunstwerk färbt sich die gesamte Inneneinrichtung blutrot und wird mit einem tollen Schlusstwist beendet,

Genrefans werden mit „We are Still here“ ihren sichtlichen Spaß haben, zumal das Sehvergnügen extrem kurzweilig ist. Auch wenn die Entwicklung gegen Ende ziemlicher Humbug ist, sind die ersten 40 Minuten markant in ihrer unheimlichen Inszenierung und einem tollen Geisterdesign. „We are still here“ ist eine  in 80 Minuten erzählte Verbeugung vor traditionellem Spuk und trashigem Exploitationhorror, dass alten Klassikern von Fulci ordentlichen Tribut zollt. Es ist sehr angenehm in Zeiten voller Fortsetzungen und Einheitsbrei einen solch ausgelassenen und stilsicheren Horrorfilm zu sehen!

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