„Der Fall Paradin“

am

Der blinde Mr. Paradin wird tot in seinem Bett aufgefunden. Seine Frau wird beschuldigt, ihn vergiftet zu haben. Ihr Anwalt Gregory Peck ist sich dessen nicht so sicher.

DFP5

„Der Fall Paradin“ zeigt einmal mehr, dass auch große Schauspieler nicht immer Bestleistungen abliefern. In diesem Fall trifft dies auf den normal so großartigen Gregory Peck zu. Pecks Anwaltsrolle ist hervorragend geschrieben, doch er schafft es leider nicht, diese durchaus schwierige und komplexe Rolle komplett auszufüllen. Man merkt eben doch, dass ihm in seinem 7. Film noch einiges an Erfahrung im Schauspielbusiness fehlt. Die übrigen Rollen wurden ebenfalls nur mäßig gelungen besetzt, so sehen wir den späteren Octopussy-Bösewicht Louis Jourdan als Diener des verstorbenen Mr. Paradin und Alida Valli als dessen des Mordes angeklagte undurchsichtige Witwe.

Doch zugleich zeigt dieser Hitchcock-Thriller, dass man auch ohne besondere darstellerische Leistungen einen guten Film drehen kann, wenn eben die Inszenierung stimmt. Und das tut sie allemal.

In einer Mischung aus Drama, Krimi und Thriller wagt sich Hitchcock in der ersten Hälfte erst einmal langsam an das Thema des Filmes heran. Er begleitet Gregory Peck, der Fakten sammelt, um seine Angeklagte Klientin frei zu bekommen. Diese Fakten sammelt jedoch nicht nur er, sondern zugleich der Zuschauer. Man fühlt sich während der Sichtung so, als müsse man unbedingt auf jedes noch so unwichtig erscheinende Detail achten was für die Gerichtsverhandlung von Bedeutung sein könnte.

Wenn es dann zu besagtem (und nebenbei perfekt inszeniertem) Prozess kommt, versucht man während der Anhörungen der Zeugen deren Versionen und Geschichten im Kopf zu konstruieren und mit seinem eigenen bisher erlangten Wissen zu verknüpfen, um so herauszufinden, wer hier lügt bzw. die Unwahrheit sagt. Außerdem beobachtet man jede einzelne noch so kleine Bewegung, jedes noch so winzige Zucken in den Augen der Zeugen, da sich deren Aussagen sehr voneinander unterscheiden. Man nimmt quasi selbst die Position eines Geschworenen an.

Nebenbei übt „Der Fall Paradin“ auch noch hübsch Kritik am juristischen System aus.

Nach „Spellbound“ die zweite erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Alfred Hitchcock und Gregory Peck. Zu bedauern bleibt einzig, dass es nie zu einer dritten der beiden Giganten im Filmbusiness kam.

Der Fall Paradin

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s