„Pixels“


Pac-Man, Tetris und Asteroids greifen die Erde an. Adam Sandler und co. müssen ihren Planeten vor der Videospielinvasion beschützen.

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©Sony

„Pixels“ ist überraschender- und zugleich glücklicherweise nicht die befürchtete Adam-Sandler-Pups-Parade, sondern vielmehr eine schöne Hommage an die Arcade-Games der frühen 80er-Jahre. Regisseur Chris Columbus („Harry Potter und der Stein der Weisen“) stellt die Spiele, für die man das traute Heim verlassen und Spielhallen aufsuchen musste, den heutigen Shootern wie „Call of Duty“ oder „Battlefield“ gegenüber und zieht als klares Fazit, dass man bei Pac-Man strategischer Denken musste als bei den heutigen doch recht anspruchslosen Videospielen. Die sehr kreative, wenn auch unkonventionelle Story (Videospiele greifen die Erde an) wird untermalt durch sehr gelungene Effekte und einem meist aus „We Will Rock you!“ bestehenden Soundtrack. Im Gegensatz zu vielen anderen Sandler-Filmen wird Humor weniger durch Sprüche und Furze als durch die pixeligen Figuren selbst erzeugt, viele der Lacher resultieren aus einer Situationskomik heraus, wie als Pac-Man beispielsweise eine ganze Stadt in Schutt und Asche legt. Dies verhindert zumindest den meist bei einem Sandler-Streifenden aufkeimenden Fremdscham. Der größtenteils wunderbar harmonierende Cast, allen voran natürlich das „Kindsköpfe“-Duo Adam Sandler und Kevin James, passt optisch perfekt ins Geschehen, und zeigt einmal mehr, wieviel Spaß die Schauspieler am Set gehabt hatten. Zu ihnen gesellen sich „Game of Thrones“-Star Peter Dinklage, der zwar, verglichen mit den beiden Hauptprotagonisten, wenig Screentime erhält, aber sich dennoch zu integrieren weiß und Michelle Monaghan, die es leider als einzige der vier großen Charaktere nicht schafft, mit den anderen harmonisch zu agieren, und im Endeffekt fehlplatziert wirkt wie ein Elefant im Swimmingpool.

Doch „Pixels“ größtes Problem ist wohl, dass er so konzipiert wurde, dass die erste Hälfte verhältnismäßig wenig Action bietet und sich viel zu sehr mit dem Handlungsaufbau und den Charakteren zu beschäftigen versucht. Zur Folge hat dies, dass die letzte halbe Stunde tricktechnisch komplett überladen daherkommt. Tausende von Videospielfiguren flitzen über die Leinwand, man sieht jede nur für wenige Sekunden, und irgendwann hat man als Zuschauer keine Ahnung mehr, wo man jetzt eigentlich gerade hinschauen soll. Der Film springt von einer Actionszene zur nächsten als handele es sich bei „Pixels“ gar nicht um einen eigenständigen Film sondern nur um einen Zusammenschnitt aus Action wie der Body-Count von Arnold Schwarzenegger. Man wird das Gefühl nicht los, das „Pixels“ sein Potenzial nicht vollständig ausgeschöpft hat, besonders in Anbetracht der vielen Möglichkeiten die man mit den Videospielfiguren zur Verfügung gehabt hätte.

„Pixels“ ist zwar kein Überflieger von Film, aber eine schöne Liebeserklärung an die Arcade-Games, die durch Charme und Kreativität zu überzeugen weiß.

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2 Kommentare Gib deinen ab

  1. jacker sagt:

    „dass man bei Pac-Man strategischer Denken musste als bei den heutigen doch recht anspruchslosen Videospielen.“ Wenn der Film auf der Prämisse aufbaut, kann er nur SCHWACHSINN sein, denn auch wenn Games früher teils schwerer, weil härter waren, kann man ein 2D-Spiel der Marke PACMAN nicht im Ansatz mit Strategie-Shootern, oder gar MMORPGS vergleichen. Sorry, das ist völliger Quatsch!

    1. Marc sagt:

      Aufbauen darauf tut er nicht, ist aber eine kleine am Rande übermittelte Nachricht. Was man selbst von dieser halten tut bleibt einem selbst überlassen. Aber Pixels baut gottseidank nicht darauf auf, sondern stellt anspruchslose kreative Unterhaltung in den Vordergrund.

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