„Schöne Bescherung“


Die Weihnachtsferien der Kultfamilie Griswold sind längst zu Pflichtfilmen rund um die Weihnachtszeit geworden. Also: Kein Weihnachten ohne die Griswolds? Doch eher schon. Man kann durchaus nachvollziehen, weshalb der Film die auf Festtage eingestellten Herzen so vieler Menschen erfreut. Eine absurde Szene mit eigenwilligen und doch für den Mainstream geeigneten Humor reiht sich nahtlos an die an die andere und das von Chevy Chase gespielte Familienoberhaupt erweist sich als durchgängig sympathischer und vor allem auch funktionierende Hauptattraktion des Films. Auch der ein oder andere ruhige Moment darf sich einschleichen, der dann sogar ernst genommen wird. Wer gegen Weihnachtsstimmung in einer von Last Christmas und kitschigem Deko-Schnickschnack verseuchten Welt noch nicht resistent ist, wird auch durch diesen Film über die bevorstehenden Tage Frohlocken – juhe!

sb
©Warner


Doch sonst? Sonst ist „Schöne Bescherung“ eine Hollywoodkomödie, wie sie typischer nicht sein könnte. Mit Klischees wird nicht gespart. Und man spielt auch nicht mit ihnen sondern walzt sie eher aus. Die Komik ist trotz ihrer weitreichenden Bandbreite – von Slapstick bis Situationskomik alles vorhanden – oftmals absolut vorhersehbar, manchmal gar richtig schlecht. Die Ideologien des Films sind simpel und im Hintergrund gehalten, aber trotzdem bekloppt, was man von dieser Sparte Film ja gewohnt ist. Die Familienmitglieder, die das traute Heim der typisch amerikanischen Kernfamilie heimsuchen, sind größtenteils austauschbar und mehr Dekoration als der übergroße Weihnachtsbaum. Gegen Ende geht alles in die Binsen und artet aus und spätestens da besiegelt die Narration ihre absolute, pure Durchschnittlichkeit.

Dennoch wirkt der Film, trotz einiger Pannen, menschlich und naiv-liebenswert. Eine Familienmentalität scheint irgendwie durch, der man andere Flauten – ein Mann kann beim Anblick zweier wohlgeformter Brüste nicht mehr klar denken usw. – wieder verzeihen kann, so halb zumindest. Aber man sollte diesen Film auch vielleicht mit keinem weihnachtlich-verklärten Auge betrachten, denn von großem oder zumindest wirklich gutem Kino ist dieser Film noch eine Griswold-Tannenbaumlänge entfernt.

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©Warner
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