„Big Game“


Heutzutage ist es schwer ein Publikum für einen einfachen Actionfilm zu finden. Immer wieder müssen neue Überzeichnungen und unerforschte Themen auftreten, um als Film überzeugen zu können. „Big Game“ aber repräsentiert das Genre auf ganz simple und altmodische Weise, wie man es zuletzt in den Neunzigerjahren gesehen hat.

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©Ascot-Elite

Kurz vor einem terroristischen Anschlag auf die Air Force One schafft es US-Präsident William Moore (Samuel L. Jackson) sich mit einer Notkapsel aus dem Flugzeug zu schießen. In den finnischen Wäldern gelandet, ist die einzige helfende Rettung der 13-jährige Junge Oskari (Onni Tommila), welcher den Präsidenten samt Pfeil und Bogen vor den Attentätern beschützt.

Dank seines einfach strukturiertem Drehbuches und einer Laufzeit von 90 Minuten wird der Zuschauer auf keinster Weise gefordert und erhält eine klassische Actiongeschichte des Achtziger- und Neunzigerjahre-Kinos. Regisseur und Drehbuchautor Jalmari Helander fügt all die Zutaten hinzu, die ein Film dieses Genres braucht: Klarstrukturierte Charaktere zur Personifizierung von Gut und Böse, angenehm ironischer Humor und ein explosives Finale. Noch dazu bietet die Handlung einige satirische Parallelen zum Überwachungsskandal der NSA und zur faschistischen Politik der Vereinigten Staaten. Denn wenn der Überwachungsdienst seine Satelliten von England oder Russland abwenden muss, um einen Blick auf das „unspektakuläre“ Finnland zu werfen, werden einige aktuelle Problematiken bravurös als Side Kick verwendet. Ansehnlich ist „Big Game“ außerdem wegen seinen wunderschönen Landschaftsaufnahmen des bergigen Bayerns, der temporeich gefilmten Action und dank den beiden Hauptdarstellern, deren gemeinsames Spiel durchweg harmoniert und überzeugt. Doch besonders der unbekannte Jugenddarsteller Tommila ist die große Überraschung des gesamten Filmes. Wenige Schauspieler seines Alters können eine solch lobenswerte Authentizität ausstrahlen.

Kein Erfolg an den Kinokassen, doch immer noch ein sehenswerter Film für zu Hause. Wenn der überfordernde Anspruch ein Ende haben sollen, bietet „Big Game“ das ideale Kontrastprogramm. Launige Darsteller und gute Unterhaltung für einen kurzweiligen Actionfilm der klassischen Art ist garantiert!

6 Kommentare Gib deinen ab

  1. Florian sagt:

    Ich muss sagen, ich fand den Film auch sehr unterhaltsam und kurzweilig!
    Und bei dem was Ihr da am Anfang beschrieben habt, muss ich euch zustimmen… Keine Ahnung warum, aber irgendwie müssen die Filme immer aufwendiger, anspruchsvoller und ausgefallener werden. Und weil die Macher wohl nicht wissen, wie sie alles unterbringen sollen, gibt es so viele „Über-2-Stunden“-Filme. Da ist so ein 90-Minuten Blockbuster mal richtig entspannend.
    Ich glaube wir haben in etwa den gleichen Filmgeschmack, wenn Ihr mal Lust habt könnt ihr ja mal bei uns reinschauen 😉 Unser Motto: Filme müssen nicht immer Kunst sein, Popcornfilme können auch oft was 😉 https://popcornfilme.wordpress.com

    1. Robin sagt:

      Danke für dein Feedback! Wir werden mal vorbeischauen! 🙂

  2. jacker sagt:

    Mochte ich auch gern. Unterhaltsamer Quatsch, der angenehm geradlinig daherkommt. Oldskool eben 🙂

    1. Robin sagt:

      Solche Produktion fehlen ein wenig derzeit.

      1. jacker sagt:

        Ja, als Ergänzung, bzw. Kontrast zum durch-psychologisierten Gegenwartskino wären es nötig mal wieder mehr solch simple Filmchen zu sehen.

      2. Robin sagt:

        Ganz genau! Hochwertige Action muss nicht immer durch ein doppelbödiges Drehbuch verkompliziert werden.

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