„Victoria“


Sebastian Schippers One-Take erntete auf der Berlinale pure Begeisterung! Und wer könnte sich besser über diesen Film äußern, als unser Robin aus Berlin!

©senator.de

Berlin ist die Stadt, ohne die ich nicht leben könnte. Die Menschen, das Nachtleben, die Altbauhäuser, die gesamte Atmosphäre ist für mich Heimat, wie ich sie auf keinen anderen Fleck der Erde wiederfinden könnte. Und wenn dann noch die Stadt meines Lebens in einem Film seziert wird und sie wirklich genau so darstellt wird, wie sie ist, mit den typischsten Berliner Gegenden und Dialogen, einer Aussprache und Wortwahl, wie ich sie von mir und meinen Freunden kenne, und ihr nächtliches Unternehmen (zu Beginn des Filmes) so vertraut vorkommt, dann packt mich „Victoria“ wie kein anderer Film es jemals getan hat und zieht mich auf die emotionalste cineastische Achterbahn, mit der ich jemals gefahren bin.
Von Anfang an schafft es dieses Kunstwerk den Zuschauer durch die Leinwand in das Geschehen zu ziehen mit intensiver Musik, starken Lichtern und einer bezaubernden Hauptdarstellerin, die mit ihrer Ausstrahlung und Authentizität genau so schnell den Zuschauer beeindruckt wie die männlichen Protagonisten im Film. Noch dazu verkörpert Frederick Lau im Gegensatz zur spanischen Laia Costa die ultimative Berliner Großschnauze und männliche Identifikationsfigur. Technisch gesehen ist „Victoria“ auch auf Hochleistung. Einerseits ist die geniale Kameraführung eine Kunst für sich, besonders bei dem Umstieg aus dem Auto auf den Bürgersteig folgt die Kamera weiterhin unauffällig gut (und ohne Schatten!) den Hauptfiguren hinterher, andererseits ist die Tontechnik eine herausragende Leistung, da man nur die Schritte der Schauspieler hört und trotzdem jedes Wort perfekt aufgefangen wurde. Einfach überwältigend!
Regisseur Sebastian Schipper weiß den gesamten Film über genau, was er will. Der Zuschauer ist nicht mehr auf der anderen Seite eines Fensters, sondern ein Teil des Geschehens. Dank der beeindruckenden Intensität fühlt man sich wie Victoria. Im Grunde genommen ist man die ganze Zeit diese eine Person, weshalb der namensgebende Titel in diesem Fall das erste Mal wirklich Sinn macht.

©senator.de

An alle Berliner, oder die, die es werden wollen: Lebt diesen Film! Es ist eine Erfahrung, die euch mitnimmt und nicht mehr loslässt. Im Nachhinein erinnert man sich an „Victoria“, als wäre man dabei gewesen. Während des Filmes hat mein Herz gerast vor lauter Adrenalin und die Tränen schossen mir vor Angst die Augen, dass ich mir immer wieder sagen musste, dass es nur ein Film ist. Das stimmt aber natürlich nicht. „Victoria“ ist kein Film. „Victoria“ ist Berlin, das Leben und zeitgleich eine Persönlichkeit.

Advertisements

3 Kommentare Gib deinen ab

  1. VICTORIA hat optisch und auch von seiner Atmosphäre her auf jeden Fall Grenzen gebrochen. Richtig überzeugen konnte er mich jedoch leider nicht. Gut, ist er deswegen trotzdem: http://filmaffe.de/kritik-victoria-2015/

    1. Robin sagt:

      Jeder Film wirkt sich halt anders bei jedem Zuschauer aus. Aber immerhin hast du die Stärken erkannt! ..nicht umsonst ist der Kameramann als ersten im Abspann benannt.

  2. jacker sagt:

    VICTORIA entfaltet einen Sog, dem man sich nicht entziehen kann und ich war auch vollkommen weggeblasen: http://jackers2cents.de/neuer-deutschsprachiger-genrefilm-10-victoria-2015

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s