„Ich seh, Ich seh“


Heute geht es um einen gestrig erschienenden Horrorbeitrag aus dem deutschsprachigen Raum. Die Gewinner unseres Gewinnspiels werden am Sonntag informiert, um den Film pünktlich vor oder an Halloween sehen zu können!

©Koch Media

 Fernab auf dem Land leben die Geschwister Lukas und Elias die der festen Überzeugung sind, dass die bandagierte Frau die aus der Klinik kam nicht mehr ihre Mutter ist. Dabei erzählt das Regieduo Franz & Fiala im toll bebilderten „Ich seh, Ich seh“ in zwei Akten eine kleine Geschichte über Kontrollverlust der eigenen Wahrnehmung und dem gleichzeitigen Identitätsverlust. Behutsam baut sich die Spannung auf, die durch surreale Szenen eher in Richtung Psychothriller tendiert, die fesselt. Kammerspielartig bahnt sich das eigene Rätselraten an, da man öfters verlegen ist zu interpretieren. Um jedoch die Spannung nicht zu nehmen gibt es keine Szene, die das Leben vor der Operation zeigt, womit sich gleichzeitig mehrere Deutungsebenen ergeben. Hat eine andere Person das Gesicht der Mama oder bilden sich die Jungs einfach nur ein eine andere Frau zu sehen, oder eben nicht zu sehen.

Während in der ersten Stunde die Spannung durch ein Kammerspiel nun also in ruhig komponierten Bildern entwickelt, setzt das Finale auf harten Terror, den Kontrollverlust beider Parteien. Dieser wird in eine anstrengende Foltersequenz reflektiert, die trotz aller Härte einen ruhigen Grundtonus trägt, den Surrealismus in drastisch realistische Bilder konvertiert, die beim Zuschauer jedoch für den alles entscheidenden Klick im Kopf sorgen. „Ich seh, Ich seh“ zeigt dem Zuschauer zum Schluss seine voreingenomme Ansicht glasklar in Gesicht, offenbart ihm seine Fehler beim Betrachten mit einem tollen Twist, der jedoch nicht jeden vollkommen überraschen wird. Indizien sind verstreut wie Brotkrumen, man muss nur sehen. „Ich seh , Ich seh“ ist ein verstörender Psychothriller mit wundervoller Kameraarbeit, starken Darstellern und einer wirklich tollen Inszenierung, die nur an wenigen Stellen etwas zu sehr bremst. Kein Horrorfest mit überladenen Schockeffekten, sondern ein stiller kleiner fieser Film mit großer Wirkung. Zum Ende fragt man nur ob man guckt oder wirklich sieht.

Empfehlenswert für Halloween weil: Wir schalten nach den ganzen harten Horrorstreifen mal zwei Gänge zurück. Wer viel mehr Spaß an ruhigeren Filmen mit unangenehmer Atmosphäre hat, der sollte wenigstens in die Videothek und dieser kleinen bestialischen Genreperle eine Chance geben. „Ich seh, Ich seh“ ist nämlich nicht nur ein grandioses vielversprechendes Debüt, sondern auch Unser Film des Monats!

 

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5 Kommentare Gib deinen ab

  1. Hey, habe euren blog gerade erst entdeckt! Habt ihr vielleicht Lust an unserem Halloween Film special teilzunehmen? Wenn ja, füge ich euch noch zur nominierungsliste zu!
    Könnt ja mal gucken – blog beitrag von heute…

    LG
    Ines

  2. Ich hatte hier gerade ein Kommentar gepostet aber es wurde nicht gespeichert :-/

    Alsoooo… Habt ihr Lust bei unserem Halloween Film award mitzumachen? Details in unserem heutigen blog Beitrag. Wenn ja, füge ich euch noch in der nominierungsliste hinzu.

    LG ines

    1. Tim sagt:

      Hallo Ines!

      Ja, da wären wir sehr gerne dabei! 🙂

      LG Tim

      1. Cool! Habt ihr den Beitrag gefunden? Ich füg euch zur Liste hinzu und bin gespannt auf eure Vorschläge!

  3. Auf ein drittes!

    Ich hatte hier gerade ein Kommentar gepostet aber es wurde nicht gespeichert :-/

    Alsoooo… Habt ihr Lust bei unserem Halloween Film award mitzumachen? Details in unserem heutigen blog Beitrag. Wenn ja, füge ich euch noch in der nominierungsliste hinzu.

    LG ines

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