Double-Feature: „Katzenmenschen“ (1942 & 1982)


1942: Rund um die Ängste einer jungen Frau vor ihrer eigenen Sexualität entspinnt Jacques Tourneur diesen Noir-Trip durch die Psyche seiner Protagonistin, den letzten Endes auch die anderen Charaktere beschreiten müssen.

Gemessen an der limitierten Budgetierung des Films ist es mehr als erstaunlich, was Tourneur hier kreiert hat. Die „Gefahr“ die von den „Cat People“ im Film ausgeht, wirkt stets wie eine reelle. Dazu muss man dieses allerdings nie sehen. Es reicht, dass Tourneur sie als Schatten an die Wand projiziert. Dabei bleibt offen, ob es tatsächliche Schatten sind, die von lebhaften Dingen geworden sind, oder ob diese metaphorisch für die Schatten der dunkeln Gassen der menschlichen Psyche stehen. Die Arbeit mit den Film noir typischen Stilen, den Schattenspielen und Lichtgebungen, tut ihr übriges zum Film hinzu. Aus heutiger Sicht wirkt „Katzenmenschen“ langsam erzählt, doch ein gewisses Faszinosum, das den Film umgibt, ist nachwievor unbestreitbar.

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©Studiocanal
6.0/10.0

 

1982: Es ist tatsächlich einer der seltenen Fälle, in denen das Remake das Original übertrifft. „Taxi Driver“-Autor Paul Schrader entwirft einen fiebrig-erotisches Thrill, der dieses Mal in und um New Orleans angesiedelt ist. Mit Tourneurs Film, von dem Schrader nie der größte Fan gewesen sein soll, hat Schraders Version der „Katzenmenschen“ nur noch wenig gemein. Es bleiben nur wenige Essenzmomente und Essenzelemente übrig, die Paul Schrader allesamt um die Vorzüge des Farbfilms aufpeppt. Er führt Nastassja Kinski durch eine schwülstige, ihr gänzlich fremde Welt. Er inszeniert sie dabei wie eine unschuldige Femme fatale, ohne dabei ihre offensichtlichen äußeren Reize auszusparen. Anders als bei Tourneur geht es nicht länger um die Ängste der Frau, sondern viel mehr um ein allgemeines Unvermögen sich mit Sexualität auseinanderzusetzen. Kinski und ihr Bruder, großartig gespielt von Malcom McDowell, tragen beide den Fluch vor sich her, der sie in die schwarzen Raubkatzen mit den von Bowie besungenen grünen Augen verwandelt. Am Ende steht vor allem eines fest, nämlich das die Sexualität der Frau nicht gezähmt und nicht unterdrückt werden kann, denn ein Panther im Käfig ist immer noch ein Panther.

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©Koch Media
6.5/10.0
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