„The Devils Rejects“


Rob Zombie löst sich in der Fortsetzung von „Haus der 1000 Leichen“ frei von den Wurzeln und gibt „The Devils Rejects“ einen eigenen Stil, wie er es später mit seiner Version von „Halloween“ machte.

©Sunfilm

Der gewagte Stilbruch, weg vom abgefuckten Image der tausend   Leichen, bietet eine perfekte Symbiose aus bitterbösem Terror und Road-Movie, die sich erst unter musikalischer Begleitung voll entfaltet. So hinterlässt Familie Firefly auf ihrer Flucht nicht nur eine Blutspur, sondern auch viele Wege in verschiedene Genre. Nach anfänglich ruhiger Narration erreicht der Film einen seiner Höhepunkte beim Aufenthalt in einer Motelanlage, in der sich gleichzeitig eine kaum zu genießende halbstündige Sequenz offenbart, in der Zombie sein grandioses Handwerk im Terrorkino markant in Mark und Bein hämmert. Die Gewalt erreicht den Zuschauer eruptiv, ist plakativ und doch nie zelebrierend, obwohl man hadert ob man das Gezeigte noch als purer Unterhaltung genießen kann. Zu jeglicher Drastik gesellen sich Blues und Countrypop-Einlagen während feucht fröhlich menschliche Gesichter mit einem Heidenspaß deformiert werden. Und doch blitzt immer wieder blanker Zynismus und Schwarzer Humor auf, um den eruptiven Sadismus zu lindern. „The Devils Rejects“ ist ein intensives Filmerlebnis und nimmt den Zuschauer mit auf einen Trip, einen Trip der sich tief in den Rezeptoren festsetzt, während man zum Schluss fast noch Mitleid hat.

Denn wenn zum Ende endlich „Free Bird“ von Lynyrd Skynyrd ertönt und eine der schönsten Filmszenen der letzten Jahre über den Bildschirm fließt, ist man selbst erschöpft am Ende einer Reise angekommen, die nicht nur einen Höllentrip symbolisiert, sondern auch noch aufzeigt, dass der Zusammenhalt einer Familie (die blanke Liebe) von keinen Hindernissen gestoppt werden kann, auch keiner Exekutive. Rob Zombie umgeht in seinem Werk jegliche Konvention durch seinen Stilbruch und erschafft stark gespieltes Genrekino, welches kein anderer außer er drehen kann. Chapeau.

Empfehlenswert für Halloween weil: Warum immer laute Effekte um schweißgebadet den Fernseher auszuschalten? „The Devils Rejects“ ist purer Horror nur eben nicht aus dem Genre und wird euch mitnehmen in eine Spirale unerträglicher Gewalt, wonach ihr wortwörtlich am Ende seid.

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