„The F-Word“


Das Elendsgenre der romantischen Komödie. Man fragt sich unweigerlich, wie man dieses denn noch einmal clever bedienen will, sieht man einen neuen Vertreter dieser Sorte Film.

©Universum Film

Dennoch sorgt das Genre auch immer wieder für Überraschungen. Sei es durch Filme, die das Genre nur zum Teil bedienen und satirisch Hinterfragen wie „Don Jon“, dem kunterbunten, ehrlichen Potpourri namens „Crazy, Stupid, Love.“ oder durch das (Genre-)Meisterwerk „(500) Days of Summer“. „The F-Word“, soviel sei vorneweg verraten, erreicht die Qualität dieser drei jüngeren Genreeinträge nicht.

Es tut gut in den Hauptrollen Daniel Radcliff und Zoe Kazan zu sehen, die in ihren lebensnahen Rollen erfrischend „real“ wirken. Beide spielen keck und versehen ihre Rollen mit den richtigen Facetten, finden die perfekte Mischung zwischen angedeuteten und ausgespielten Gefühlen. Sie tragen den Film auf ihren Schultern, der durch die Chemie der beiden bedingt immer seinen Charme beibehält. Anders verhält es sich da mit der Inszenierung Michael Dowses, der sich zum Großteil auf zuschauerverachtende Art faulster Konservenfilmerei verlässt. Braucht man denn tatsächlich immer noch beliebige Aufnahmen des Handlungsortes als Lückenfüller zwischen einzelnen Szenen – eine Technick, die sich selbst Trash-TV der untersten Schublade bedient?

Manche Bilder und Szenen sind zwar schön anzusehen und kreieren dabei beinahe eine Magie, deren Funke auf das Publikum überspringen könnte, um jedoch tatsächlich Gefühle zu entlocken und Emotionen zu entfachen, die von Radcliff und Kazan auf den Zuschauer übergehen, hätte der Film mutiger sein und die Konventionen des typischen Genrehandwerks hinter sich lassen müssen. Lediglich das Finale, weniger das Ende, ist tatsächlich berührend, in seiner Stille und Einfachheit. Erstaunlich ist es, dass trotz der ausgelutschten Bilder „The F-Word“ stets das aufrichtige Interesse verfolgt, die emotionale Reise seiner Charaktere dem Zuschauer nahezubringen

So ist es kein Wunder, dass „The F-Word“ trotz aller Sympathie stets generisch bleibt. Der Soundtrack, der lediglich wie ein Mashup aus altbekannten Indie-Klängen wirkt, fügt sich somit gnadenlos in das Gesamtbild des Films ein. Nichtsdestotrotz ist „The F-Word“ ein Film, der Wärme erzeugt und hinterlässt. Es ist zwar eine schnell verblassende Wärme, doch es ist eine Wärme, die da ist.

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