„Leichen pflastern seinen Weg“


Winter 1896. Einzig aus Not werden verarmte Männer zu Gesetzlosen. Ein gefundenes Fressen für Kopfgeldjäger Loco, der mit seiner Bande Jagd auf jedes Kopfgeld was er kriegen kann macht. Als immer mehr der aus Verzweiflung zu Outlaws gewordenen Männer umgebracht und ausgeliefert werden, heuern die verbliebenen den stummen „Silenzio“ an. Er soll Loco und seine Kumpanen zur Strecke bringen. Doch Loco ist clevere als er ausschaut …

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©Studiocanal

Jean-Louis Trintignant spielt den stummen Revolverhelden Silenzio, der in der Geschichte als Auftragsrächer fungiert. Sein Gegenspieler, Klaus Kinski als der Kopfgeldjäger Loco, ist das komplette Gegenteil zu ihm. Kinski bei der Verkörperung seiner sadistischen Rolle zuzusehen macht, man kann es nicht anders sagen, einfach Spaß. Ansonsten sehen wir noch einen Frank Wolff als Sheriff, der schon in „Spiel mir das Lied vom Tod“ und „Gott vergibt … Django nie!“ Italoluft schnuppern durfte und in „Leichen pflastern seinen Weg“ den wohl einzigen halbwegs guten Kerl verkörpert.

Ennio „Maestro“ Morricones Musik ist einmal mehr überragend komponiert, wenn sie auch nicht an seine Werke für die Sergio-Leone-Filme heranreicht.

Rein inszenatorisch gesehen ist „Leichen pflastern seinen Weg“ ein typischer Italowestern; Jumpcuts, Close-Ups der grimmigen Mienen und lange Kameraeinstellungen, mit nur einem Unterschied zu den meisten Genrevertretern: der Film spielt durchgehend in einem schneebedeckten, weißen Wilden Westen, in dem nur drei Farbtöne herrschen; schwarz, weiß und rot. Besonders die Titelmelodie dieses Corbucci-Streifens passt wunderbar zu einem durch die schneebedeckte Landschaft reitenden Revolverhelden, in Kombination mit den Credits des Intros.

Was „Leichen pflastern seinen Weg“ außerdem von allen Genrevertretern positiv abhebt sind die letzten fünf Minuten des Filmes. Denn während sich Filme wie „Django“ oder „Spiel mir das Lied vom Tod“ noch mit einem halbwegs heroischen und harmonischen Ende vom Zuschauer verabschieden, tut „Leichen pflastern seinen Weg“ das komplette Gegenteil, und spuckt dem ahnungslosen Beobachter ein brutales, herzloses und kritisches Ende ins Gesicht, was man selbst im Genre des Italowesterns nicht in einem solchen Ausmaße kennt. Niemals war der Wilde Westen härter, niemals brutaler, und nur selten besser.

Leichen pflastern seinen Weg

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3 Kommentare Gib deinen ab

  1. Bogartus sagt:

    Die inglourious filmgeeks geben diesem Film 8 von 10 Sterne/Punkte. Auch auf meine Liste der besten Western hat es dieser Film geschafft, darum reblogge ich gerne diesen Beitrag. 🙂

    1. Marc sagt:

      Und ich danke abermals 🙂

  2. Bogartus sagt:

    Hat dies auf Bogartus Welt rebloggt und kommentierte:
    Die inglourious filmgeeks geben diesem Film 8 von 10 Sterne/Punkte. Auch auf meine Liste der besten Western hat es dieser Film geschafft, darum reblogge ich gerne diesen Beitrag. 🙂

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