„Codename U.N.C.L.E.“


Guy Ritchie ist zurück und schwelgt nach seinen beiden „Sherlock Holmes“-Filmen immer noch in der Vergangenheit. Nur diesmal führt er die Zuschauer in die Zeit des Kalten Krieges: Die USA und die Sowjetunion sind gezwungen gemeinsam gegen ein internationales Verbrechersyndikat zu kämpfen. Dabei soll der CIA-Agent Solo (Henry Cavill, „Man of Steel“) mit dem KGB-Agent Kuryakin (Armie Hammer, „The Social Network“) als Duo agieren, um die gestohlenen Atomwaffen der kriminellen Organisation fündig zu machen.

the-man-from-u-n-c-l-e-filmszene
© Warner Bros.

Der überaus gelungene Retro-Look macht optisch einiges her. Besonders die Kostümierung und das Setdesign sind ein Augenschmaus für alle Nostalgiker. Dabei schafft es Richie trotz alledem seinen in Hochglanz polierten Agenten-Krimi mit schnellen Schnitten und wilden Kamerafahrten zu modernisieren. Doch wenn man schon einmal einen seiner Filme gesehen hat, ist dieser Stil nichts neues – was für Fans jedoch auch sicherlich eine Freude ist. Zwar beinhaltet das Drehbuch flinke Sprüche und eine Menge rasanter Rückblicke, wie man sie aus den Ritchie-Filmen á la „Snatch“ kennt, doch kommen diese nicht gegen die Trägheit des Plots an. Denn egal wie oft dem Zuschauer für einen Bruchteil etwas verheimlicht wird, um es dann ein paar Minuten später in aufgewirbelten Schnitten wieder aufzudecken, die Story bleibt unspektakulär und reizt nicht. Superman-Darsteller Henry Cavill verkörpert zwar den ultimativen Stirnrunzler, gibt aber seiner Figur keine Persönlichkeit. Denn nur Coolness verzaubert einen Anzugträger nicht gleich zu einem waschechten Agenten á la James Bond. Da hinterließ Armie Hammer hingegen deutlich mehr Charakter, besonders beim Spiel mit „Ex Machina“-Alicia Vikander. Die Chemie zwischen den beiden ist überaus gut, aber lässt ihnen auch keinen großen Spielraum wegen den mauen Skriptes.

Trotz alledem bietet „Codename U.N.C.L.E.“ eine gelungene Optik und gut inszenierte, spaßige Action, doch lässt seinen Spannungsbogen viel zu spät beginnen und kommt bei weitem nicht an sein Ziel heran. Alles in allem gibt es einiges verschenktes Potenzial des vielversprechenden Agentenfilmes, der weiß, was er will, es ihm aber nicht gelingen mag.

Codename U.N.C.L.E.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s