„Die purpurnen Flüsse“


Basierend auf Jean-Christophe Grangés gleichnamigen Roman verfilmte Mathieu Kassovitz die purpurnen Flüsse. Was Grangé bereits hervorragend in Worte fasste, verfilmt Kassovitz schlichtweg grandios. Und obwohl Buch und Film verschiedener kaum sein könnten, ist es hier auch für Fans des Romans möglich, sowohl den Text als auch das Bild zu lieben.

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©Universum Film

Mit einer kubrickschen Anfangsszene in Form eines 3-minütigen Helikopterfluges leitet Mathieu Kassovitz seine Romanadaption ein und wirft den Zuschauer direkt zu Kommissar Pierre Niémans, einem ernsten, zielstrebigen Polizisten an den Schauplatz des ersten Verbrechens, die französischen Alpen. Dort finden die Ermittler eine Leiche – ohne Hände.
Zur gleichen Zeit ermittelt viele hundert Kilometer entfernt ein weiterer Polizist. Doch nicht wie Niémans in einem Mordfall. Max Kerkérian, der im Gegensatz zu Niémans locker und cool drauf ist, hat einen ganz anderen Auftrag; eine Grabschändung zu untersuchen.

Je weiter Film und Handlung voranschreiten, desto mehr verstricken sich die anfangs komplett unterschiedlichen Fälle der beiden Ermittler ineinander, ehe es in dem Haus eines Verdächtigen zum Aufeinandertreffen der beiden völlig verschiedenen Charaktere kommt.

Niémans wird hervorragend dargestellt von Jean Reno. Und auch wenn dessen Rolle im Vergleich zum Roman ziemlich abgeändert wurde (zu Beginn schlägt er im Buch einen Fußballfan bei Ausschreitungen eines Matches krankenhausreif, da dieser ihn mit einem Messer attackierte), bleibt er die Idealbesetzung des Kommissars. Max Kerkérian, gespielt von Vincent Cassel musste sogar noch mehr Änderungen über sich ergehen lassen als Niémans! In der Romanvorlage war er ein Araber – und hieß Karim Abdouf.
Doch wenn du als Regisseur die Gelegenheit bekommst, Vincent Cassel für deinen Film zu verpflichten bist du gerne gewillt seine Rolle etwas zurecht zu biegen.

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©Universum Film

Auch die Umsetzung ist so überzeugend wie die beiden Hauptdarsteller. Denn während des gesamten Films liegt eine düstere, Spannung erzeugende Atmosphäre in der Luft, die durch brutale Morde, wirkungsvolle Schockeffekte und spektakuläre Verfolgungsjagden erzeugt wird. Besonders kommt die Atmosphäre zur Geltung, als Vincent Cassel den Mörder im Stadion verfolgt, und ein Soundtrack komplett aus bleibt. Man hört lediglich Cassels Keuchen und seine schnellen Schritte im Schnee. Eine Verfolgungsjagd war selten authentischer.

Dazu noch der von Bruno Coulais komponierte Soundtrack, der die Autoverfolgungsjagd, in der Niémans und Kerkérian von einem Geländewagen verfolgt werden, spektakulär unterlegt. Doch nicht nur in den Actionsequenzen leistete Coulais ganze Arbeit; auch die Landschaftsaufnahmen, wie die von den französischen Alpen werden meisterhaft begleitet von dem Score!

Einmal probiert, und man kann nicht genug bekommen. Zu schade, dass die weiteren Grangé-Verfilmungen eher mau geraten sind.

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Regie: Mathieu Kassovitz
Drehbuch: Mathieu Kassovitz, Jean-Christophe Grangé
Darsteller: Jean Reno, Vincent Cassel
FSK: ab 16 Jahren freigegeben
Erscheinungsjahr: 2000
Wertung: 9 von 10 Punkten
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