„Flags of our Fathers“


In Flags of our Fathers präsentiert uns Clint Eastwood die Geschehnisse rund um Iwo Jima im Zweiten Weltkrieg aus Sicht der amerikanischen Truppen.

©Warner

Krieg ist kein Computerspiel. Krieg ist real.
Steven Spielberg wusste dies, als er 1998 mit der Eröffnungsszene am D-Day in „Der Soldat James Ryan“ zeigte, wie schrecklich Krieg wirklich ist. Ihm gelang es damals, Brutalität, Atmosphäre und Realismus zugleich in einer Szenerie unterzubringen, und dem Zuschauer so zu verdeutlichen, wie grauenhaft der Zweite Weltkrieg war.

In Flags of our Fathers hingegen wirkt nichts real. Alles wirkt wie eine einzige Computersimulation der Geschehnisse bei Iwo Jima. Weder die Schüsse der MGs, noch die Kanonen der Marinekriegsschiffe, noch der Staub, und auch nicht, und das ist das wohl aller Schlimmste, die Szenenbilder. Man wird beim Schauen einfach das Gefühl nicht los, dass der gesamte Film in einem Studio gedreht wurde. Hinzu kommt noch der Eastwood’sche Look, der in Filmen wie Invictus oder Gran Torino zwar unersetzlich ist, doch in diesem (Anti?)-Kriegsfilm nur dazu beiträgt, dem Zuschauer einen kalten, lahmen und unpackenden Streifen zu liefern. Denn Flags of our Fathers ist in eine so triste und sterbenslangweilige Optik getaucht, dass man sich wirklich fragt, ob Eastwood seinen Film ganz genau so haben wollte. Die Kameraführung (im Found-Footage Look, wohlgemerkt) lässt die Kriegsszenen auch noch so unglaublich trashig wirken, dass man sich manchmal wirklich fragen muss, ob hier vielleicht Dolph Lundgren hinter der Kamera stand.

Und eben dies ist auch der Grund, weshalb Flags of our Fathers auf mich nicht wie ein Kriegsfilm/Antikriegsfilm wirkt, sondern eher wie der x-te Teil von dem neuen DICE-Shooter.

Doch mal abseits von den Kriegsgeschehnissen: hier sieht die Sache gleich ganz anders aus! Denn hier zeigt Clint, was für ein unglaublicher Regisseur er ist, als er auf eindringliche und krasse Weise darstellt, wie die amerikanischen Soldaten von ihrem Land zum Helden gemacht werden, ob sie wollen oder nicht. Hier ist sogar all dies, was die Kriegsszenen so lahm machte, bestens aufgehoben! Soldaten sind auch nur Menschen.

Ein Film, dem ich sehr Zwiegestalten gegenüber bin. Einerseits eine top Message, andererseits schwache und unberührende Bilder. Dennoch ist Flags of our Fathers einer der besseren Genrevertreter, der sogar überraschend unpatriotisch geraten ist.

Flags of our Fathers

Regie: Clint Eastwood
Drehbuch: William Broyles Jr, Paul Haggis
Darsteller: Ryan Phillipe, Paul Walker, Robert Patrick
FSK: ab 12 Jahren freigegeben
Erscheinungsjahr: 2006
Wertung: 6 von 10 Puntken
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2 Kommentare Gib deinen ab

  1. xsehu sagt:

    steht auf jeden Fall noch auf der Liste

    kennst du Letters from Iwo Jima? Quasi der gleiche Film, nur aus japanischer Perspektive

    1. Marc sagt:

      Klar 🙂 gefällt mir eigentlich auch um einiges besser als Flags. Iwo Jima war doch um einiges ergreifender und vor allem besser inszeniert.

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