„The Raven – Prophet des Teufels“


Was geschah wirklich mit Edgar Allen Poe? Starb er durch einen Suizid oder durch fremde Hand? Mit wilden Verschwörungstheorien um sich werfend versuch „The Raven“, dieses Geheimnis zu lüften.

Dieser Blick ...
©Universum Film

Regisseur James McTeigue verlässt sich voll und ganz auf das Konzept des 2001 erschienenen „From Hell“, nur, dass man hier nicht auf der Jagd nach Jack the Ripper ist, sondern einen Mörder sucht, der nach Buchverlagen von Edgar Allen Poe vorgeht. Dass er dieses Konzept mangelhaft umsetzt, scheint der gute Mann gar nicht zu bemerken.

Soviel zur Story, die mit allerlei Klischees (unnötig) verschönert und obendrein unerträglich in die Länge gezogen wurde. Da „The Raven“ im 19. Jahrhundert angesiedelt ist, darf natürlich ein altertümlicher Look nicht fehlen. Kostüme, Szenenbilder, das übliche eben. Die Kleider wirken zwar durchaus zeitgerecht, auch wenn ich durch sie und ihre Einsetzung an vielen Stellen an Kubricks „Eyes Wide Shut“ erinnert wurde, doch das ganze drum herum wirkt wie eine einzige, nicht enden wollende Bildergalerie. Wie, als ob die Macher sich entschieden hätten, im Museum Fotos von Gemälden zu machen, um diese als Hintergrund zu verwenden. Denn einem Großteil der Aufnahmen merkst du doch an, dass sie in einem Studio gedreht wurden.

Was die quasi nie wirklich vorhandene Atmosphäre betrifft; die herrscht nur dann, wenn eine Kutsche durch den nebeligen Wald rauscht. Was einmal der Fall ist.

Leider kann auch John Cusack als Edgar Allen Poe ausnahmsweise mal nicht überzeugen! Sein Spiel wirkt so eintönig und arrogant, dass man mit zunehmender Zeit immer größere Abneigung gegenüber Poe verspürt. Auch Luke Evans, der einen Inspektor spielt, passt überhaupt nicht in das Geschehen hinein! Sein ganzes Auftreten wirkt so, als wäre sein Charakter der damaligen Mode um 100 Jahre voraus.

Gerade bei Thrillern ist oft das Schöne, dass sie ohne jegliche Effekthascherei auskommen. Theoretisch hätte „The Raven“ dies ebenfalls geschafft – wenn man sich nicht dazu entschlossen hätte, Raben, Fliegen und andere Kreaturen am Computer zu generieren. New Hollywood eben.

Also, lange Rede, kurzer Sinn, und der Sinn ist in diesem Fall eine klares „Nein“ zu „The Raven“.

Regie: James McTeigue
Drehbuch: Hannah Shakespeare, Ben Livingston
Darsteller: John Cusack, Luke Evans, Brendan Gleeson
FSK: ab 16 Jahren freigegeben
Erscheinungsjahr: 2013
Wertung: 3.5 von 10 Punkten
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