„The Color of Time“


Das Projekt „The Color of Time“ von elf Studenten der New York University, an der Hauptdarsteller James Franco unterrichtet, kommt ungewöhnlich daher, wurde es doch tatsächlich von elf Jungregisseuren in Szene gesetzt. Erzählt wird vom Leben des amerikanischen Poeten C.K. Williams, der in seinem Leben beinahe jeden bedeutsamen Lyrik-Preis dieser Erde gewann. Der Name des Films bezieht sich auf einen von ihm herausgegebenen Gedichtband.

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©Lighthouse

Und dieser Name ist Programm. Die Bilder, nie gänzlich ohne Farbfilter, entbehren nicht einem gewissen Retro-Charme aufgrund ihres perfekten Zusammenspiels der Farben. Es ist ein schöner Film geworden. Mit Bildern – teilweise sogar sehr Impressionistisch anmutend –, an denen man sich so schnell nicht satt sieht. Ein gutes Auge haben sie jedenfalls, die elf Jungregisseure. Dennoch sollte man sich nicht durch diese Bilder täuschen lassen. Auch wenn James Franco die wunderschönen Gedichte von C.K. Williams aus dem Off dem Zuschauer vorliest, so wird bald klar, dass diese Bilder lediglich ein Illustration sind, was die Regisseure meinen aus der Lyrik auf das Leben des Poeten übertragen zu können. Nein, hier wird kein Blick auf das Genie des Literaten geworfen, sondern man versucht diesen lediglich durch seine Gedichte durch zu psychologisieren.

Trotzdem verhindert dies nicht, dass der ein oder andere Moment entsteht, der wirkliche Magie in sich birgt. Zwei, drei Mal gelingt es ihnen dann doch Augenblicke zu kreieren, die wirklich außergewöhnlich sind. Dennoch sind diese viel zu rar gesät und lassen ein eher noch mulmigeres Gefühl zurück, offenbaren sie doch, das ungemeine Potential, welches im Projekt gesteckt wäre. Insbesondere dann, wenn die Berührung der Hände zweier junger Verliebter mit all der Unschuld, die dieser Moment innehat, wundervoll von der Kamera eingefangen wird, woraufhin diese kurz innehält, so als wolle sie den Moment genießen oder wie das Herz der beiden, welches kurz aussetzt, dann wird erst klar, wie ärgerlich es ist, dass man sich im Endeffekt doch nur auf die Psychologisierung Williams‘ beschränkt hat.

„The Color of Time“ ist wohl ein typischer Vertreter der Kategorie „Sieht aus wie Kunst, ist aber keine“. Das von Stars getragene Projekt scheitert leider an dem Dilettantismus der unerfahrenen Regisseure, welche scheinbar erst noch lernen müssen, dass mit schönen und unkonventionellen Bildern, noch kein künstlerischer Anspruch geschaffen wird.

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Regie: Gabrielle Demeestere, Brooke Goldfinch u.a.
Drehbuch: Pamela Romanowsky, Bruce Thierry Cheung u.a.
Darsteller: James Franco, Mila Kunis, Zach Braff u.a.
Laufzeit: 73 Minuten
Altersfreigabe: FSK12
Wertung: 5.5/10.0
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