„Europa Report“


Gibt es intelligentes Leben im All? Sind wir alleine im uns bekannten Universum? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Mission des Raumschiffes Europa One, als eine mysteriöse Lichtquelle auf dem Jupitermond auftaucht.

©Ascot-Elite

Selten zuvor machte ein Film so viel richtig und gleichzeitig so viel falsch.

Die Idee, den Film die meiste Zeit im Found-Footage-Look zu halten, gefällt mir grundsätzlich gut. Gepaart mit dem Atem der Darsteller als Geräuschkulisse erzeugt das an vielen Stellen eine einmalige, bedrohliche Atmosphäre. Wenn ich an die Szene denke, in der die Außenreperaturen am Schiff vorgenommen werden, oder an die, in der die eine Astronautin die mysteriöse Lichtquelle auf Europa näher untersuchen möchte, dann überkommt mich immer noch eine kleine Gänsehaut.

Ich könnte hier eine Menge hervorragender Szenen als Beispiel für gekonnten Spannungsaufbau nennen. Denn Europa Report weiß seinen Zuschauer an vielen Stellen wirklich zu fesseln!
Leider wurde bei einigen Szenen in der Nachbearbeitung ganz schön viel gepfuscht. Naja, was heißt gepfuscht, ich würde eher sagen, dass der Film-Editor überhaupt keine Ahnung von Filmschnitt hat! Denn weshalb schneidet und blendet er immer in den unpassendsten Momenten (meist auch noch in den allerspannendsten Momenten) in eine komplett andere Szene über, die nichts, wirklich gar nichts mit dem Film zu tun hat?

Und weiter geht’s mit den Problemen von Europa Report; er weiß nämlich nicht, was er sein will. Er kann sich nicht entscheiden, ob er ein Sci-Fi-Thriller oder eine Dokumentation sein will.
Denn andauernd werden die spannenden Szenen durch strunzdämliche Fake-Interviews mit Fake-Leuten der NASA (oder was auch immer) unterbrochen, und gerade wenn Europa Report es geschafft hat, den Zuschauer komplett in seinen Bann zu ziehen, wird man nach wenigen Sekunden durch einige uninteressante und unnötige Zusatzinfos wieder raus aus dem Film und zurück ins Wohnzimmer geschleudert.

Europa Report
©Ascot-Elite

Aber das ist (immer) noch nicht der größte Fehler des Streifens. Wesentlich schlimmer war für mich das Ende. Denn der Moment, in dem die Kamera auf die Lichtquelle zufährt und zeigt, was sie in Wirklichkeit ist, erzeugt eine Gänsehaut am ganzen Körper! Wenn der Film so geendet hätte, dann wäre ich zufrieden. Perfektes Gänsehautende eben. Hat er aber leider nicht. Denn die allerletzten 2 Minuten wurden noch so dermaßen mit fast schon peinlichen Interviews zugepflastert, das sogar Mitten im Leben einen ernsthaften Konkurrenten in Sachen Dummheit bekommen hat! Nebenbei zerstören sie den zuvor herausragend erzeugten Überraschungseffekt, und da es leider meist der letzte Eindruck des Filmes ist, der die Meinung am stärksten beeinflusst, ist Europa Report nichts Halbes und nichts Ganzes, eben ein Film mit viel Potenzial, welches größtenteils dank der äußerst dürftigen Post-Production verloren geht.

Regie: Sebastián Cordero
Drehbuch: Philip Gelatt
Darsteller: Sharlto Copley, Michael Nyqvist
FSK: ab 12 Jahren freigegeben
Erscheinungsjahr: 2013
Wertung: 5 von 10 Punkten
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