„Der Babadook“


Nach einem Autounfall, bei dem Amelia ihren Ehemann verloren hat, lebt sie mit ihrem Sohn Samuel alleine in einem Haus. Samuel leidet an Nachtangst und immer noch am Verlust seines Vaters. Eines Tages findet er jedoch im Haus das Buch „Der Babadook“ und seine Nachtangst verstärkt sich, da er Angst hat, dass der Babadook ihn heimsucht. Anfangs noch glaubt Amelia ihrem Sohn nicht, doch als plötzlich nachts entwas in ihrem Zimmer steht ist es zu spät.

©Capelight

 

Es ist keine Neuigkeit, dass die jüngsten Horrorfilme nicht nur Schablone angefertigt werden, sondern nur noch darauf abzielen mit lauten Tönen Zuckungen zu erzielen, auf dass die jüngste Generation Kinogänger (welche sich meistens aus den Leuten zusammenfügt, die gerade der Altersfreigabe gerecht werden und einen „Krassen“ Schocker sehen wollen oder zierliche Mädchen deren Herzen scheinbar bei jeder noch so vorhersehbaren Szenen explodieren) meint einen Horrorfilm gesehen zu haben. Atmosphäre spielt keine Rolle mehr, die Filme versinken in linearer Narration und doch können sich Filmemacher immer wieder mit solchen Produktion im Geld baden.

Damit erfrischt „The Babadook“ nicht nur das Genre indem er sich nicht auf billige Schockeffekte fokussiert und zeigt, dass auch ein Horrorfilm weitaus komplexer sein als er zeigt. Dunkle Ecken, undefinierbare Geräusche, Silhouetten im Zimmer und ständige Angst erwartet den Zuschauer, denn die Gier nach überlauten Toneffekten hat Regisseurin Jennifer Kent nicht in ihrer Inszenierung, im Gegenteil; Der Babadook spielt mit den Erwartungen des Zuschauers und lässt ihn im kalten Glauben Dinge zu sehen, die eigentlich nicht existieren. Doch „The Babadook“ ist nicht nur eine geradlinige Horrorgeschichte, sondern auch ein Mutter-Sohn-Drama mit emotionalem Hintergrund. Zwar bleibt diese gegen Ende immer oberflächlicher, erfrischend ist es trotzdem. Die Atmosphäre nagt am Zuschauer, die Spannung ist zwischendurch beinahe unerträglicher und hinterlässt Bilder die man nicht schnell vergisst. Schade nur, dass der Film in seiner letzten Viertelstunde in ein übliches Besessenheitsszenario abdriftet und mit seiner zwischenzeitlichen Überladung an Geschehnissen unübersichtlich und überladen wirkt. Dafür überzeugt die darstellerische Leistung von Essie Davis und ihr Filmsohn Noah Wiseman, die mehr als überzeugend sind und beinahe die selben Gesichtsreaktionen wie der Zuschauer selbst. Wer genervt von üblichem Horrorallerlei ist und endlich wieder Atmosphäre sucht, wird mit „The Babadook“ mehr als fündig! Denn wenn man selbst schon den denkt Dinge gesehen zu haben die eigentlich gar nicht existieren (oder doch?), die Spannung dich in den Sitz krallen lässt und eine Langzeitwirkung verursacht die dich bis zur Nachtruhe verfolgt, schafft „The Babadook“ genau das, was andere Vertreter nicht schaffen. It scares the Shit out of you. Ich nehme meinen Schreibtischstuhl im Dunkeln mittlerweile auch ganz anders war als vorher.

 

babadook

Regie: Jennifer Kent
Drehbuch: Jennifer Kent
Darsteller: Essie Davis, Noah Wiseman
Lauflänge: 93 Minuten
Altersfreigabe: unbekannt (Tipp: Fsk 16)
Produktionsjahr: 2014
Wertung: 7/10

 

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