„Inherent Vice“


Der Privatdetektiv und Drogenliebhaber Larry „Doc“ Sportello (Joaquin Phoenix) staunt nicht schlecht, als seine Ex-Freundin Shasta (Katherine Waterston) eines Abends urplötzlich bei ihm auf der Matte steht. Sie erzählt ihm von ihrer Affäre mit dem Milliardär Mickey Wolfman (Eric Roberts) und dem Plan von dessen Frau und deren Liebhaber, den reichen Bauherrn zu entführen und in eine psychiatrische Anstalt zu stecken. Doc soll der verliebten Shasta nun helfen, dieses Vorhaben zu verhindern.

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©Warner

Manchmal gibt es Filme bei denen man sich nach der Sichtung irritiert aufteht und hinterfragt, was man wenige Augenblicke zuvor noch auf der Leinwand betrachtet hat. Auch nach Inherent Vice wird man darüber nachdenken, was man eigentlich die letzten 150 Minuten gesehen hat oder was der Film überhaupt erzählen wollte. Schlimm ist das allerdings nicht, da es der Film auch ohne fesselnde Narration schafft, den Zuschauer mit seiner surrealen Optik in den Bann zu ziehen. Denn es ist völlig uninteressant was Paul Thomas Anderson erzählen will, es ist die Art und Weise wie er es erzählt. Während es sich im Vordergrund um eine Kriminalgeschichte handelt, integriert er eine gefühlvolle Liebesgeschichte und allerhand Skurriles, wie ein Josh Brolin der gerne Schokobananen in der Art verspeist, als wären es andere fallusförmige Gegenstände. Inherent Vice ist kein großes Erzählkino, sondern legt den Fokus auf seine durchgeplanten Szenenabschnitte, die hervorragende Noir-Atmosphäre, die slapstickhaften Ausuferungen und seiner hypnotischen Optik. Im Mittelpunkt steht ein grandioser Joaquin Phoenix, dessen darstellerische Leistung als dauerkiffender Hippieermittler zurecht für den Globe nominiert wurde und eine weitere Riege an Stars die mit ihren eigenen Charaktereigenschaften für einige Höhepunkte sorgen. Makellos ist Inherent Vice allerdings bei weitem nicht, denn natürlich schafft er es nicht ohne Längen auszukommen, die sich besonders gegen Ende einschleichen. Auch das Übermaß an Darstellern sorgt dafür, dass einige unwichtig wirken und das gesamte Konstrukt des Filmes umso mehr verwirren. Dennoch, mit der Optik eines Drogenrauschs, dem atmosphärischen Soundtrack, der Skurrilität der Situationen und den Charakteren hat sich P.T.A bei weitem kein Fundament geschaffen, jedoch hat sein Inherent Vice das Zeug zu einem Kultfilm zu werden. Ein so merkwürdiges und unbeschreibliches Werk hat man in letzter Zeit selten gesehen.

Regie: Paul Thomas Anderson
Drehbuch: Paul Thomas Anderson
Darsteller: Joaquin Phoenix, Josh Brolin, 
Owen Wilson, Reese Witherspoon
Altersfreigabe: 16
Lauflänge: 149 Minuten
Bewertung: 7/10
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