„Dracula Untold“


Die von Bram Stoker erschaffene Romanfigur inspirierte zahlreiche Filmemacher. Von Trashgranaten bis hochkarätigen Meisterwerken, wie zum Beispiel den beiden Nosferatu Filmen, die Figur des Dracula wurde für die Leinwand immer wieder neugestaltet, umgeschrieben und an den Geist der Zeit angepasst. Und so bekommt auch die Generation Marvel und Transformers mit „Dracula Untold“ ihren eigenen Film über den Ur-Vampir.

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©Universal

Im besten Sinne der Zeit muss der von Luke Evans so grauenhaft gespielte Vampirfürst natürlich erst eine Origin-Story verpasst bekommen. Nach bester Strukturformel psychologisiert man zuerst Vlad den Pfähler und später dann eben auch Dracula durch und durch. Dem großen von Bram Stoker so brillant geschriebenen Mythos muss man nun mit Küchenpsychologie eine vorgegaukelte Charaktertiefe einhauchen. Wenn man an die großen Draculas der Filmgeschichte denkt – Klaus Kinski, Max Schreck, Bela Lugosi und auch Christopher Lee -, dann fällt einem zwangsläufig aus, dass sie alle entweder Mut zur Hässlichkeit hatten, oder aber einen gewissen dunklen, anziehenden Charme mitbringen. Luke Evans sieht hingegen eher aus wie ein Badehosenmodel. Er bringt keinen Charakter mit sich, man nimmt ihm die Vaterrolle nicht ab und auch nicht die von leid geprägte dünne Hintergrundgeschichte.

Das uralte, mythische und diabolische Wesen, verkommt zum 0815-Helden und der Film ist nichts weiter als ein weiterer belangloser Superheldenfilm, voller peinlicher und unfreiwillig komischer Momente. Den Schlachtszenen fehlt jede Epik, jede Brutalität und jede Ästhetik. Die Bilder sind gänzlich uninspiriert und wirken lieblos hingeklatscht. Und so reiht sich auch „Dracula Untold“ in die Reihe stupider Actionblockbuster ein ohne jeden künstlerischen Wert. Zudem verzichtet dieser auch noch auf jeden Schauwert.

„Dracula Untold“ ist eine Frechheit. Es ist die marvelisierung eines Mythos und einer Legende, der sich schon so viele große Meister ihres Faches angenommen haben. Ein Film, der wieder einmal sinnbildlich Symbolisch für die Krise des zeitgenössischen Kinos steht und beweist, dass es mehr als hübsche Gesichter, altbekannte Stoffe und ein hohes Budget braucht, um einen guten Film zu schaffen.

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Regie: Gary Shore
Drehbuch: Matt Sazama, Burk Sharpeless
Darsteller: Luke Evans, Dominic Cooper
Altersfreigabe: FSK12
Laufzeit: 92 Minuten
Wertung: 2.5/10.0 
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