„Footloose“


Kevin Bacons große Karriere startete mitten in den wildesten 80ern. Als Ren McCormack eroberte dieser 1984 zusammen mit Chris Penn und Sarah-Jessica Parker eine Kleinstadt in den ländlichen USA in dem er tanzend zur Revolution aufrief. Heute wird „Footloose“ hauptsächlich auf seinen Kultstatus als großer Tanzfilmklassiker reduziert. Etwas, was dieser Perle zu Unrecht angetan wird.

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©Paramount

Mit Tanz und wilder Rock’n’Roll Musik gehen freizügige Sexualität und Drogenkonsum einher. Auch das Fernsehen und moderne Literatur hat einen schlechten Einfluss auf die Jugend. Das ist die Einstellung der Kleinstadt-Oligarchen, welche ihre Gesetze dementsprechend ihren Ansichten anpassend. Die Kleinstadt, eine in sich eingeschworene Gemeinschaft, verspürt nicht den Wunsch irgendetwas zu ändern. Die Jugend lebt ihr Feiern und Lebensmut auf andere Weise aus. Sie stellen sich den Tod. Diesem wird ins Auge geblickt, angelächelt.

Wie bei jeder Revolution, kommt auch hier der entscheidende Impuls von Außen. Es braucht den Städter, der die Moderne gewohnt ist, um den Städtern etwas Neues in Aussicht zu stellen. Er lehrt sie ihre pure Lebenslust in etwas anderem zu bündeln als in Mutproben. Sie wird nun in der Bewegung, in der Lust und Ekstase der sich bewegenden und verschwitzten Körper ausgelebt. Die Pure Energie der Adoleszenz wird zu den Rhythmen freigesetzt.

Schließlich muss auch der Pfarrer einsehen, dass man den Menschen und sein Verlangen und seine Lust nicht zähmen kann. Man kann nicht die eigene Furcht vor dem was passieren könnte auf alles Mögliche projizieren unter dem Deckmantel des Jugendschutzes. Die Jugend muss sich nämlich selbst entdecken und sich emanzipieren.

In „Footloose“ steckt so viel Wahrhaftiges. Es ist ein Film voller Kraft und Energie. Regisseur Herbert Ross wie er seine Jugendrevolte erzählen muss, sodass er dem großen Vorbild „…, denn sie wissen nicht was sie tun“ gerecht werden kann (auch wenn er dessen Klasse selbstverständlich nicht zu erreichen vermag). Der Außenseiter kommt und leitet den Umschwung ein, mit lauter Musik und Tanz. Und dann wenn die grandiose Musik der Epoche beginnt ist all die Dynamik entfesselt, gepaart mit purer Ästhetik.

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Regie: Herbert Ross
Drehbuch: Dean Pitchford
Darsteller: Kevin Bacon, John Lithgow, Chris Penn, Lori Singer u.a.
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: 103 min.
Wertung: 7.5/10.0
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Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. kulii sagt:

    Der Vergleich mit „denn sie wissen nicht was sie tun“ ist gar nicht mal so verkehrt. Footlose hat halt nur das Tanzen als Motiv des Rebellen und spiel in den, filmisch immer wieder wunderbar anzusehenden, 80er Jahren. Mag ich wirklich sher und sollte ich mir mal wieder ansehen.

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