Indiana Jones und der Tempel des Todes


In seinem zweiten Abenteuer muss sich Indiana Jones gegen eine altindische Sekte Beweisen um die ganze Kindergeneration eines Dorfes zu retten.

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©Paramount

Das Prequel zu „Jäger des verlorenen Schatzes“ gilt bisweilen als schwacher Mittelteil der klassischen Originaltrilogie, wenn auch immer noch als Meisterwerk verglichen mit der vierten Franchise-Ausgeburt. Das zweite Abenteuer führt Indiana Jones in Begleitung zweier Sidekicks nach Indien, wo es einen dubiosen Kult zu besiegen gilt.
Anders als moderne Filmreihen, spulen Lucas und Spielberg das Erfolgsrezept des Vorgängers nicht dumpf noch einmal ab, sondern verfrachten das ganze in ein ganz anderes Territorium. Sie spielen mit den Genres und schaffen es somit dem Film seinen ganz speziellen Charme zu verleihen. Was als Gangsterfilm beginnt entwickelt sich über die RomCom zum Okkulthorror und schließlich zur Slapstickaction. Das ist – anders ist es von Steven Spielberg auch nicht zu erwarten – wunderbar Unterhaltsam und ohne jeden Tiefgang. Nun den hatte „Raiders of the Lost Ark“ auch nicht. In welchem Belang Teil 1 allerdings die Nase voraus hat ist das grandiose Drehbuch von Lawrence Kasdan, welcher hier durch Willard Huyck und Gloria Katz ersetzt wurde. Das Skript offenbart schwächen. Während der erste Akt straight und konsequent durchgezogen wird, immer das perfekte Tempo und die aus dem ersten Teil gewohnte Balance aus Action und Comedy aufrecht erhält, zieht sich der erste Teil des zweiten Aktes gnadenlos in die Länge und die Sidekicks, die anfangs noch amüsant und lustig waren, entwickeln sich zu Nerv tötenden Anhängseln.
Wenn der Film nun gegen Ende des zweiten Aktes wieder Fahrt aufnimmt, zieht Spielberg wieder alle Register um Slapstick-Action vom feinsten zu liefern. Zwar wirkt diese teilweise zu Over-The-Top (besonders dann, wenn Short Round) mit einer Holzlatte drei wütende Turbanträger auf einmal ausschaltet. Besonders lobend hervorzuheben ist auch hier wieder der typische John Williams-Sound den Spielberg zu verwenden weiß, wie kein Zweiter. Die ikonische Erkennungsmelodie des Archäologen setzt immer zum rechten Zeitpunkt ein und bereitet Gänsehautmomente vom feinsten.
Der zweite Streich des Abenteurers steht „Jäger des verlorenen Schatzes“ bei weitem nicht in so viel nach wie es oft heißt. Es ist immer noch ein charmantes Abenteuer mit B-Movie flair. Zwar hat dieser Teil offensichtlichere Schwächen, doch wieder einmal schwingt Jones die Peitsche in Richtung der modernen Blockbusterkultur und zeigt ihnen wie Unterhaltungskino wirklich geht.

Regie: Steven Spielberg
Drehbuch: Gloria Katz, Willard Huyck
Darsteller: Harrison Ford, Kate Capshaw
Laufzeit: 118 Minuten
Altersfreigabe: 16
Produktionsjahr: 1984
Wertung: 7.5/10.0
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