„Jäger des Verlorenen Schatzes“


Der berühmteste Archäologe der Welt in seinem allerersten Abenteuer: Die Nazis sind hinter der Bundeslade her, in die Moses einst die 10 gebote hineingelegt haben soll. Zusammen mit seiner alten freundin Marion und dem Ägypter Sallah versucht er vor ihnen das mythische Artefakt zu finden.

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©Paramount

Steven Spielberg ist zweifelsohne einer der Mitbegründer der heutigen Kinolandschaft, haben er und sein Buddy George Lucas doch den „Blockbuster“ quasi im Alleingang erfunden. Filme wie „Der weiße Hai“, „Krieg der Sterne“ oder eben auch „Jäger des verlorenen Schatzes“ traten eine Welle los, die heute in ein Größer-Teurer-Dümmer-Schema abgedriftet ist. Wirklich etwas dafür können, tun sie nicht, denn ihre Blockbuster haben Charme, Witz, Herz und Seele.
Der Initiationsfilm eines der größten Kinohelden aller Zeiten, den Bullenpeitschen schwingenden und Cowboyhut tragenden Indiana Jones, verkörpert durch Leinwandcharismat Harrison Ford, der nun mittlerweile ganze 4 Pre- bzw. Sequels nach sich zog, sowie eine Jugendserie, ist Action-Abenteuerkino par excellence. Das liegt zum einen daran, dass die Actionsequenzen zu jeder Zeit schön handgemacht wirken. 1981, ohne CGI, musste man eben noch Kreativ werden und wirklich etwas in die Luft jagen. Das Timing der Schnitte und die abwechslungsreichen Kameraeinstellungen, die die zahlreichen Faustkämpfe, Schießereien und Verfolgungsjagden wunderbar einfangen, sind haargenau auf den grandiosen John Williams Score, der Geschichte geschrieben hat und wohl auch jedem Filmmuffel ein Begriff sein dürfte, eingestimmt. Doch ist „Jäger des verlorenen Schatzes“ bei weitem kein bloßer Actioner. Drehbuchautor Lawrence Kasdan weiß genau wie er mit seinen Charakteren umgehen muss und auch wann der Richtige Zeitpunkt für eine Pointe ist. Humor hat der Streifen, sei es Situationskomik oder Slapstick. Und Spielberg weiß eines: Ein Film kann witzig sein, ohne dauerhaft in hipstermäßige Selbstironie auszuarten.
Natürlich ist „Der Jäger des verlorenen Schatzes“ wieder einmal ein Beweisstück dafür, was für ein brillanter Inszenierter Spielberg ist. Einem Talent, dem große Irrtümer in der Rezeption seiner späteren Werke geschuldet sind. Hier jedoch sitzt einfach alles. Direkt nimmt uns Spielberg mit in ein Abenteuer; man kann den Schweiß der Männer im südamerikanischen Dschungel direkt riechen. Er lässt uns eben keine Zeit und beginnt sofort mit dem rasanten Erzähltempo seiner als B-Movie angelegten Hommage an alte Abenteuerfilme.
Über die Jahre hat sich „Jäger des verlorenen Schatzes“ zu einem Klassiker entwickelt, der so sehr in die Popkultur übergegangen ist, wie kaum ein anderer Film (zum Beispiel gelangt man in „The Big Bang Theory“ zu der Erkenntnis, dass die Figur Indiana Jones durch sein Handeln keinerlei Auswirkung auf den Ausgang des Films hat). Das kommt nicht von ungefähr, denn das Herzblut aller Beteiligten, die Detailverliebtheit und das pure Verlangen danach, dass am Ende des Tages nicht das Geld in der Kasse, sondern das cineastische Endergebnis stimmt, sind durchgehend spürbar.

Regie: Steven Spielberg
Drehbuch: Lawrence Kasdan
Schauspieler: Harrison Ford, Karen Allen
Lauflänge: 115 Minuten
Altersfreigabe: 16
Produktionsjahr: 1981

Wertung: 8.0/10.0

 

 

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