„Wolfcop“


Lou ist ein merkwürdiger Cop. Unpünktlich, versaut und respektlos und doch wird er eines Nachts Opfer einer Zeremonie. Am nächsten Morgen bemerkt er nichts, als jedoch am Abend der Vollmond aufgeht verändert sich sein Körper und er wird zum Werwolf, was ihn jedoch nicht daran hindert weiter als Polizist zu arbeiten.

©Ascot-Elite


Wer schon beim Betrachten des Filmcovers zweifelt, sollte auch direkt die Finger von Wolfcop lassen, denn cineastischen Anspruch oder Qualität sucht man vergeblich. Das Filmplakat suggeriert Old-School Gefühl, welches man durchaus im Film finden kann. Da Wolfcop durch sehr viel Unterstützung finanziert wurde, sollte man die Erwartungshaltung dementsprechend auf Amateurniveau belassen, da die Hochwertigkeit einer teuren Produktion bei weitem nicht erreicht werden kann. Viel mehr möchte Regisseur Lowell Dean allerdings auch nicht bewirken und präsentiert abgenutzen Grindhousestyle mit handgemachten (besonders hochwertigen) Effekten, klischeehaften Dialogen und Charakterzeichnungen und einem zusammengeschmissenen Soundtrack von schrulligem Indie bis Hip-Hop. Wer dachte, dass es in der heutigen Filmzeit nicht mehr möglich ist, Körpertransformationen ohne CGI darzustellen wird überrascht sein, wie viel man noch in feinster Handarbeit darstellen kann. Jedoch sollte man beim Betrachten nie weiter denken, als es von den Machern gewollt ist und so findet man sich in einem wilden Mix wieder, der an Absurdität, Ekel und Vulgarismus unvergleichbar ist. Niveauvoll ist das bei weitem nicht (und manchmal auch zu übertrieben), jedoch besitzt Wolfcop einen Kötercharme, der manchmal zu aufgesetzt wirkt, jedoch auf kurzer Laufzeit mehr als amüsiert was allerdings auch an dem Trashcharme liegen kann, der hier sympathisch für den Zuschauer ist und nicht schockierend wie in manch anderen Produktionen.

Hobbycineasten und Regisseure wissen wie schwer es ist, ohne große Finanzierung und Drehbuch einen Film auf die Beine zu stellen, der es schafft ein Publikum anzusprechen und Konsumenten. In Wolfcop erkennt man die Liebe der Macher in jeder Sekunde, den Aufwand der in den derben, deftigen und blutigen Effekten steckt und die Bearbeitungszeit. Wer kein Herz für Infantilität hat oder übertriebenes Geblödel mit leichten Abrutschern in Einfallslosigkeit wird mit dem Endprodukt überhaupt nicht zufrieden sein. Wer aber schon beim Marketingspruch „Dirty Harry, only hairier“ schmunzeln und das Gefühl der analogen 80er zurück will, sollte sich auf dieses kurzweilige Späßchen einlassen (unter Berücksichtigung von Trash), denn Wolfcop hat bei weitem noch nicht das gesamte Potenzial ausgenutzt. Er gibt nur originelle Fragmente zu dem was (hoffentlich) noch kommt. Wolfcop macht Laune.

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Besonderen Dank an Ascot Elite für die Unterstützung und die Bereitstellung der DvD!

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