„Die Tribute von Panem – Mockingjay Teil 1“


Die ersten beiden Teile der Teenie-Franchise-Dystopie, die Jennifer Lawrence zum großen Star machte, waren beide gut, wenn man sich auch in Anbetracht dessen, welche Welle an weiteren Genregefährten sie losgetreten haben, fragen muss, ob sie es trotzdem wert waren.

Die Tribute von Panem - Mockingjay Teil 1
© Studiocanal

Beide Teile hatten so ihre Momente wie auch ihre großen Schwachstellen. Die markanteste überhaupt war die Wackelkamera und die Sorgfalt auch ja keinen Bluttropfen zu viel zu riskieren um die richtige Altersfreigabe für die Zielgruppe zu erreichen. Das war wahrlich der größte Dorn im Auge, wie eine üble Verstimmung in der Magengegend, den ganzen Film über. Doch dies konnte man in Anbetracht der vielen gelungenen und atmosphärischen Szenen untermalt von einem ins Ohr gehenden Score tolerieren.

Schon zu Beginn von „Mockingjay – Teil 1“ merkt man eine Unstimmigkeit. Irgendetwas passt nicht. Der Twist in „Catching Fire“ deutete schon die Veränderung weg vom Battle-Royale-Schema hin zu einer Rebellionsgeschichte an. Mit für einen Blockbuster ungewöhnlich langer Laufzeit kommt der Film natürlich auch schnell zur Sache, unnötige Exposition hält sich in Grenzen. So weit so gut. Jedoch wird mit fortschreitender Laufzeit vor allem eines klar: Dem Film mangelt es an zu erzählendem Stoff. So streicht „Mockingjay – Teil 1“ die Rendite für das ausquetschen der Milchkuh bis zum letzten Tropfen ein. Das stilisieren von Katniss zur Propaganda-Figur der Rebellen-Bewegung birgt für eben jene auffällig wenig Charakterentwicklung und auch von Jennifer Lawrence in den Himmel gelobten Talent bleibt wenig übrig. War wohl zu erledigt von russel’schen Kostümparaden. Tatsächlich ist sie die wirklich störende im Cast, der ganz und gar nicht speziell ist. Keine großen Highlights, bis auf Phillip Seymour Hoffman, doch auch dieser hat schon bewiesen, dass in ihm mehr steckt. Wie auch bei Julianne Moore hat man hier das Gefühl, dass man einfach auch noch schnell ein Stück vom Franchise-Kuchen abhaben wollte.

Aber auch dieser Panem-Teil hat – ebenso wie seine Vorgänger, wie breits erwähnt – seine Momente, die zu gefallen wissen (in den meisten dieser Szenen ist Woody Harrelson zu sehen). Der ein oder andere Schauwert ist vorhanden und es wird tatsächlich versucht dem ganzen einen Anstrich der Medienkritik einzuverleiben – doch hier leistete man in den Vorgängen bessere Arbeit. „Mockingjay – Teil 1“ ist größtenteils unterhaltsam, ja, doch die erschreckende Leere in der Handlung ist einem Blockbuster dieser Größenordnung nicht zu verzeihen.

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