„Rob Zombie´s Halloween“


Nach dem Mord an seiner Familie wird der kleine Michael Myers in die Irrenanstalt verwiesen.  Nach Jahren des Aufenthalts kann er jedoch ausbrechen und begibt sich zurück in die Stadt, in der alles angefangen hat.

© Universum Film

Anders als John Carpenter fokussiert sich Rob Zombie in der ersten Hälfte vorallem auf die Hintergründe, die den jungen Michael Myers zu dem getrieben hat was er getan hat. Damit gelingt es Zombie zumindest der Killerfigur Myers ein wenig Profil zu verschaffen und aus der 1:1 Verfilmungskiste der remakes hinauszubrechen, rammt sich aber aufgrund dieser Inszenierung das Messer selbst ins eigene Fleisch.  Die Familienkonstellation stammt aus der tiefsten Klischeekiste und bietet mit einer gleichenden Prostituierten als Mutter, der verhurten Schwester und dem versüfften Vater wenig Raffinesse. Auch konzentriert sich Zombie zu sehr auf den Aufenthalt in der Klinik, weshalb in der ersten kaum Tempo herrscht und die Längen vorprogrammiert sind. Hat man diese Phase überwunden rekonstruiert Zombie Carpenters Geschehen, verfällt hierbei jedoch der blanken Hektik, da die Lauflänge nun zu wenig Raum bietet. Zwar ist er hier in seinem Fach und inszeniert die Tötungsakte dementsprechend deftig, was zumindest Gorehounds zur Entzückung reißt, bietet aber auch narrativ nicht bedeutend mehr und verfällt der puren Effekthascherei.

Rob Zombies Halloween ist die pure Gorebombe, die versucht mit einigen Hintergrundinformation und anderer Herangehensweise als sein Vorgänger zumindest in der heutigen Wahnwelle der Remakes positiv empor zu wirken. Das klappt, wenn auch nur minimal. Auch wenn die erste Hälfte zwar in seinem Tempo eine Menge einbüßt ist sie der gelungenste Teil vom Film und erweitert wenigstens das Spektrum einer Ikone. Auch was das Inszenieren der Tötung angeht kann Rob Zombiem mit handgemachtem Wahnsinn zumindest das Gesamtbild aufbessern. Den Status des Klassikers versucht er vergebens zu erreichen, denn er scheitert auf ganzer Linie. Wenn man ausblenden kann, dass es sich hierbei um ein Remake handelt ist zu mindest auch dieser Halloween recht sehenswert. Für Fans nur ein kläglicher Versuch den Kult einer Ikone in die Neuzeit zu transportieren, für Gorehounds zumindest sehenswertes Schnetzeln, das erst zu spät in Fahrt kommt.

In Anbetracht dessen, dass heute der Tag des Monats ist, auf den wir 31 Tage hingearbeitet haben, sollte man sich diesen Film nach der Sichtung des Originals ansehen um distinguieren zu können. Wir wünschen Happy Halloween!

 

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