„Der Exorzist“


Als sich das Verhalten der jungen Regan rapid ändert, ist die Filmschauspielerin Chris MacNeil ratlos. Auch die Ärzte können keine Antworten liefern. Nach und nach wird es überdeutlich, dass es nicht mit rechten Dingen zu geht und Regan zur Marionette dämonischer Kräfte verkommt.

© Warner

William Friedkin widmete sich mit seinem Horrorfilm von 1973 einen Roman, der heute in Vergessenheit geraten ist – der legendäre Film mit Max von Sydow und Linda Blair jedoch überdauerte die Jahre. Und das vollkommen zu gerechtfertigt, kreierte William Friedkin (French Connection, Killer Joe) doch einen Film voller unter die Haut fahrender und absolut denkwürdiger Szenen, die oft parodiert, zitiert und kopiert wurden – ohne jedoch jemals die unfassbar verstörende Wirkung des Originals zu erreichen.
Friedkin treibt die Spannung und Atmosphäre seiner Teufelsaustreibungsgaudi so weit, dass auch beinharte Atheisten und Leute, die jede Form des Okkultismus für Blödsinn halten, sich an einer Stelle zwangsläufig dafür fürchten, dass eine dämonische Macht, der wir nicht gewachsen sind macht über uns ergreift und uns kontrolliert und parasitär von innen heraus zerstört. Dann wenn die Wissenschaft keine messbaren und rationalen Erklärungen mehr liefert, ein Gebiet betreten wird, indem der Mensch in seinem Drang nach Wissen und Kontrolle sich geschlagen geben muss, und nur noch das Übernatürlich wirkt, beginnen wir uns selbst in die Lage der jungen Linda Blair im Film hineinzuversetzen.
Der Exorzismus im Film an sich wird als die unausweichliche Konfrontation der Verzweifelten mit dem puren Bösen dargestellt, ein Kampf der Opfer fordert. Gerade im Finale hin schnürt Regisseur Friedkin dem Zuschauer endgültig die Kehle zu, die Anhäufung der unerklärlichen Ereignisse der bisherigen Handlung wird nun entfesselt und eine allumfassende Macht des Bösen quillt beinahe selbst wie ein Dämon aus dem Bildschirm hervor.
Am Ende ist Platz für eigene Interpretation und egal wie man es sehen mag – der Film wird einem Wachhalten. „Der Exorzist“ ist Horror und Psychoterror in Reinform. Eines der absolut unübertroffenen Genre-Meisterwerke, die es für jeden zu sehen gilt, der das Medium Film zu schätzen mag. Ein wuchtiger, gnadenloser Film. Ein Horrormeisterwerk und die absolute Empfehlung für das Fest der Toten!

 

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