„Shining“


Jack Torrance, ein ehemaliger Lehrer, übernimmt mit seiner Frau und seinem siebenjährigen Sohn über die Winterpause den Job als Hausmeister in dem luxuriösen Hotel „Overlook“. Dass sich in diesem Haus Jahre zuvor ein entsetzlicher Vorfall ereignete, als der frühere Hausmeister seine gesamte Familie ermordete, stört Jack wenig. Er sieht endlich die Gelegenheit, sein Buch zu schreiben. Doch dieses Buch soll nie fertig werden. Denn die infernalen, geheimen Kräfte des Hauses ergreifen Besitz von ihm…

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© Warner

Wenn auch Stanley Kubrick den Groll Stephen Kings mit dieser Verfilmung seines Romanes auf sich zog, so ist „Shining“ bis heute ein unbestrittener Klassiker des Horror-Genres. Viele Stellen des Films wurden oftmals zitiert und es gibt wohl keinen, dem das Zitat „Here’s Jackie!“ nichts sagt. Stanley Kubrick, seinem Ruf als einer der besten Regisseure aller Zeiten auch in diesem Werk in nichts nachstehend, erweist sich wahrhaftig als ein Meister des Makabren. Selten gelingt es einem Regisseur die Daumenschraube des Mysteriös-Grusligem so gut anzuziehen, wie Kubrick hier. Das Gefühl der Isolation und des Gefangenseins mit nichts als purem Wahnsinn wird dem Zuschauer mit absoluter Raffinesse vermittelt, dabei lässt es Kubrick eigentlich bis zum Ende hin offen, ob das Gesehene alles nur aus dem labilen Zustand der Familie hervorging oder ob wir es tatsächlich mit Paranormalität zu tun bekommen haben.
Die schauspielerische Leistung aller Beteiligten unerwähnt zu lassen, wäre ein Frevel. Shelley Duvall und der kleine Danny Lloyd spielen auf Augenhöhe – wahnsinnig überzeugend, man nimmt ihnen alles ab. Doch übertroffen werden sie alle bei weitem noch einmal von Jack Nicholson. Viele Lobeshymnen wurden auf ihn in Bezug auf diesen Film schon gesungen. Und das vollkommen zu Recht: Sein Spiel ist so wahnsinnig intensiv, dass man sich als Zuschauer zwangsläufig die Frage stellt, woher er denn diese unerbittliche Energie und diesen mörderischen Wahnsinn nahm um so derbe auf die Kacke zu hauen.
„Shining“ ist klassischer Psychoterror im Horrorgewand par excellence! Kubrick verzichtet gänzlich auf billige Schockeffekte, wie sie in heutiger Zeit beinahe unabdingbar für Genrevertreter scheinen. Mit viel Verstand aber auch Feingefühl geht er an Kings Romanvorlage heran, der diesen Film zwar später verteufelte. Wie auch immer: Die Abneigung des Autors gegen den Film, stellt nicht die Qualität des Films in Frage, sondern viel eher das Urteilungsvermögen Stephen Kings im bezug auf das Medium Film!

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