„30 Days of Night“


In Barrow, Alaska ist es üblich, dass das Tageslicht für 30 Tage aus dem Ort verschwindet und die Stadt in völliger Dunkelheit lässt. Nachdem ein ungewöhnlicher Fall der Tiertötung die Stadt in ein Rätsel stößt, taucht plötzlich in völliger Dunkelheit einer Gruppe Vampire auf, die vorsehen ihren Durst in den 30 Tagen zu stillen!

© Concorde

Vampire sind kalte,emotionslose,gefühlsfreie und blutrünstige Geschöpfe. Deren Bild wurde durch diverse Filme harmonisiert und verweichlicht. Doch für Halloween braucht man wirklich böse Vampire.

Dabei dient gleich das Setting als Wegweiser der Atmosphäre und des Grundtonus des Films. Denn in der 30tägigen Dunkelheit gibt es selten Anzeichen von Lichztblicken oder Hoffnung. Gerade der dunkle Farbton unterstreicht das blutrünstige Treiben perfekt und sorgt für eine unangenehme Atmosphäre, die jedoch zum Teil selbst vom Film zerstört wird. Denn auch wenn man hier konsequente Spannung bietet beschränkt sich ein Großteil der Effekte auf überlaute Geräusche, die mit 100 Dezibel über die Tonspur rauschen und für taube Ohren sorgen. Den Spaß reduziert das jedoch nur minimal, denn gerade die Angst vor dem Ungewissen gibt einen ordentlich Kick, wenn auch minimale Verschnaufpausen in das Geschehen integriert sind. Die Inszenierung der Horroraction ist kinetisch und unfassbar blutig. Die grandios geschminkten Vampire dürfen hier in Barrow auf eine animalische Art und Weise wüten, als hätte man Gallonen von Blut in den Schnee geschüttet.

Die Kamera ist authentisch, die Schauspieler sind solide bis gut und David Slade ist es nicht nur gelungen, einen starken Vampirfilm zu inszenieren, der mit Blut und Gewalt nicht geizt, sondern auch ein rasendes Tempo zu bieten, dass keine Zeit für Ruhe parat hält. In der Einleitung beschränkt man sich auf das Nötigste, konzentriert auf die Hauptgeschichte und lässt das Unwichtigste weg. Doch am Ende gerät man leider nach dem Finalkampf in ein Kitschraster ab, dass zwar leicht melancholisch ist, jedoch nicht zur eigentlichen Stimmung passt. Bis auf diesen kleinen Abrutscher ist 30 Days of Night jedoch der wohl beste Vampirfilm der letzten 10 Jahre und sogar noch eine gute filmische Umsetzung des Comics.

Twilighthasen sollte lieber bei schnulzigen Vampirschmonzetten bleiben, denn diese Beißer hier haben es in sich! David Slade gelingt eine konsequente und kinetische Inszenierung, die mit einer der blutrünstigsen Vampirszenen gegen Ende in die Genregeschichte eingehen wird! Gallonen von Blut sehen im Schnee einfach wunderschön aus!

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2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Ich mochte das Setting und diese kühle Atmosphäre auch ganz gern. Wobei es natürlich noch toller gewesen wäre, wenn die Vampire heiß wären und nicht nur wie brutale Tiere.

    1. Sean sagt:

      Aber Vampire sind nun mal brutale Tiere und keine Schönlinge 😉

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