„Nosferatu – Phantom der Nacht“


Der mysteriöse Graf Dracula sucht ein neues Heim. deshalb reißt der Immobilienmarkler Jonathan harker nach Transsylvanien um das Geschäftliche zu klären. Doch auf der Burg angekommen, fällt ihm bald auf, dass mit dem Grafen etwas nicht stimmt.

© Studiocanal

Die zweite Zusammenarbeit von Klaus Kinski und Werner Herzog, zwei der genialsten deutschen Filmschöpfender aller Zeiten, widmet sich Bram Stokers Roman „Dracula“ und stellt gleichzeitig eine Hommage an den 1922er Stummfilm Klassiker „Nosferatu, eine Symphonie des Grauens“ von F.W. Murnau dar. Zwar bleibt dieser in meinen Augen noch ein wenig hinter dem Stummfilm zurück, doch das muss jeder für sich selbst entscheiden. Eines sei gesagt: beide sind hochwertige Meisterwerke aus Deutschland.
Bruno Ganz gibt den Markler Jonathan Harker, dessen Leistung hier beachtlich ist, doch sobald wir in den tiefen Transsylvaniens sind und die Burg des Grafe Dracula betreten, sich das Schlosstor knarrend öffnet und Klaus Kinski in seiner schreckenerregend-furchteinflößenden Maske aus dem Dunkel tritt, gerät Ganz gänzlich in den Schatten des großen Klaus Kinski. Seine schauspielerische Leistung ist hier außergewöhnlich. Selbst für seine Verhältnisse.
Während bei Murnau der Vampir ebenso wie in Stokers Romanvorlage noch für das Böse stand, alles Übel der Welt im Gepäck zu haben scheinend, schlägt Herzog einen komplett anderen Weg ein: Er findet die Balance auf einen Schmalen Grad zwischen murnaus Interpretation des Stoffes und eines ganz anderen Standpunktes, nämlich dem voller Mitleid. Dracula sagt nämlich im Film: „Sterben ist grausam für den Ahnungslosen. Aber der Tod ist nicht alles. Es ist noch viel grausamer nicht sterben zu können.“ Das ist ganz große Lyrik, poetische Schönheit.
Herzog beweist zu jeder Sekunde ein Händchen für das gewisse etwas. Sei es das geigenspielende Kleinkind in der Burg des Grafen oder die Totenköpfe gleich zu Beginn. Untermalt mit den Klängen Popol Vuhs erzählt „Nosferatu – Phantom der Nacht“ mit den Bildern von Jörg Schmidt-Reitwein ein Horrordrama, dem es weder an dem schockierend-grusligen des einen, noch an der Tragödie des anderen mangelt.
Möglicherweise nicht der richtige Stoff für die Party am 31. Oktober, doch all jenen, die ganz großes deutsches Kino suchen, dass sich keinen Vergleich mit all dem Scheuen muss, was aus internationalen Gefilden kommt, und das auch den Geist fordert, denen will ich Werner Herzogs Meisterwerk „Nosferatu – Phantom der Nacht“ ans Herz legen. Die schönste Horror-Tragödie, die es gibt.

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