„WER“


In Frankreich wird eine junge Familie, die ihren Trip mit einer Videokamera dokumentiert, zum Vollmond von etwas unbekannt in den Wäldern angegriffen. Einzig allein die Mutter überlebt dieses Blutbad und bietet der Journalistin Kate Moore einen Fall zum ermitteln an. Während alle Videoaufnahmen auf einen altbekannten Mythos hinweisen stellt sich bereits nach kurzer Zeit heraus, dass der Hauptverdächtige ein Geheimnis zu verbergen hat.

© Ascot Elite

2011 noch lieferte William Brent Bell mit „The Devil Inside“ wohl einen der schlechtesten Horrorfilme der letzten 20 Jahre ab und schafft es auch bei seinem neusten Werk nicht auf die Found Footage Stilistik zu verzichten, sorgt jedoch dafür, dass man sei früheres Schundwerk schnell vergisst.

Vorbei ist die Verniedlichung des Mythologiewesens durch Romanverfilmung und die Humanität. Mit „Wer“ wartet wieder ein Film auf den Zuschauer, der das wahre Ich des menschlichen Tieres offenbart und dessen Wutinstinkt, denn wenn das Tier im Manne erst einmal geweckt ist, bricht Wer zu einem unglaublichen temporeichen und brutalen Film los. Bis dieser Zeitpunkt allerdings erreicht ist, beschränkt sich der Film leider auf das zu unspektakuläre Geschehen, indem er der langweiligen investigativen Forschung nachgeht und dieses leider überstrapaziert. Anfangs noch nimmt man die Spurensuche als spannendes Element hin, wird jedoch mit zunehmender Laufzeit schwer enttäuscht, da man außer mehr oder weniger gut geschrieben Dialogen und monotonen Ermittlungen nichts geboten bekommt. Im Gegenteil, wenn man das rote Zeichen auf der Verpackung sieht hofft man, dass sich der Film einer konsequenten Linie hinzieht und einem strickten Faden verfolgt, doch bis er endlich die Konsequenz bieten kann, die sich der Zuschauer erhofft vergehen 45 Minuten.

Das Chaos was in dem völligen Moment der Eskalation losbricht, lässt sich in Worten jedoch kaum beschreiben. Das Geschehen bekommt eine rasendes Tempo, die Wackelkamera wirkt in ihrem dokumentierenden Stil in den Actionszenen äußerst ästhetisch und die Wut reflektiert sich in blutigen Gewaltakten. Die letzte halbe Stunde wirkt wie eine Entschädigung der vorherigen Minuten und stimmt den Käufer glücklich, denn wenn erstmal Körper zerfetzt, halbiert und wild durch die Gegend geworfen werden, wirkt das in seiner comichaften Überzogenheit regelrecht amüsant. Auch wenn es William Brent Bell leider wiedermals nicht schafft auf billige Schockeffekte zu verzichten, die in ihrer Vorhersehbarkeit auch noch langweilig sind, und sich in den ersten 45 Minuten zu sehr in eine überlange Ermittlungsinszenierung einer CSI Folge begibt, bietet er in überlangen Finale jedoch eine gelungene Wiedergeburt des Wesens. Für Gorehounds und Werwolffans dürfte „WER“ wohl eine Offenbarung sein, der mit seinem Schlusstwist sehr viel gut macht. Und die knackigen 90 Minuten spürt man nur zu Beginn!

Empfehlenswert für Halloween weil: Wer ein adrenalingeladenen Film über ein fast totgefilmtes Wesen sehr will, muss zwar ein wenig warten bis das Geschehen endlich seine Kinteik bekommt. Dann wird er aber mit einem schnellen und blutigen Film belohnt, der endlich wieder Tier zum Tier macht.

 

 

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