Diary of the Dead


Jason bricht mit einer Gruppe von Filmstudenten und einem Wohnmobil auf, um in den dunklen Wäldern von Pennsylvania einen Horrorfilm für ein College-Projekt zu drehen. Alles scheint zunächst wie reine Fiktion, doch plötzlich hört die Filmcrew über das Radio Berichte vom Auftauchen echter Zombies und macht sich auf einen turbulenten Heimweg. Alle weiteren Erlebnisse dokumentieren sie als The Diary of the Dead für die Nachwelt.

© Laser Paradise

Nach dem sehr mittelprächtigen „Land of the Dead“ schien es, als hätte Romero zwei neue Dinge entdeckt: Handkameras und das Internet. Und während wir uns im Vorgänger auch schon in einem ziemlich Fortgeschrittenen Zeitpunkt bewegt haben, so beginnt Romero nun wieder am Anfang, mit den ersten Ausbrüchen der Katastrophe. Und das tut er wieder beinahe in alter Stärke.
Auch wenn „Diary of the Dead“ mit den Giganten Day und Night nicht mithalten kann, so ist dieser wieder ein typischer Romero. Die Charaktere vertreten wieder alle mehr oder weniger einen bestimmten Typ, die ihr Inneres durch die Reduzierung des Kampfes um das nackte Überleben wieder offenbaren. Doch knöpft sich Romero hier auch noch etwas anderes vor. Anhand der Filmstudenten, die unsere Protagonisten sind, hält Romero für uns quasi eine Art Crashkurs ins Schneiden und Bearbeitung parat. Besonders interessant wird es dann, wenn wir sehen wie sie die Medien entlarven, die ihre eigenen Berichte frisieren. Es entsteht eine Art von Verlorenheitsgefühl durch den Film hindurch. Die Gesellschaftskritik ist wieder subtiler, nicht mehr so brachial wie in „Land of the Dead“. Generell: Die ganze Inszenierung ist wieder spannender, schwarzhumoriger und am Ende meint man den ganzen Film über ein ordentliches Stück nihilistischen Humanismus mitbekommen zu haben. Atmosphäre ist den ganzen Film über da – auch wenn man sie manchmal suchen muss. Und auch die Zombiekills sind wieder einfallsreicher.

Natürlich ist „Diary of the Dead“ kein Meisterwerk – will es auch nicht sein. Doch ein guter Horrorfilm alle Mal. Die Zombiethematik mit viel apokalyptischer Stimmung wird in feinen (nicht zu) verwackelten Bildern aufbereitet – und auch die richtige Brise an Humor und Splatter wurde gefunden. Romero verzichtet auf Pseudophilosophie sondern präsentiert Medien- und Gesellschaftskritik vom Feinsten anhand von No-Name-Darstellern. Auch wenn die eine oder andere Szene zäh erscheinen mag, manche haben es sich in sich – ein Film der sich absolut Lohnt!

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