„The Equalizer“


McCall, ehemaliger Elite-Soldat- und Agent, ist untergetaucht und versucht in Boston ein normales Leben zu führen. Das funktioniert nicht. Zu viel Ungerechtigkeit und Verbrechen gibt es in der Stadt. Er lernt eine blutjunge Prostituierte kennen und will sie aus den Fängen ihres Zuhälters befreien.

© Sony Pictures

Es ist die Reinkarnation der gleichnamigen 80er Jahre Fernsehserie, die sich Antoine Fuqua für sein neuestes Projekt ausgesucht hat! So also sehen wir Denzel Washington als Ritter ohne Furcht und Tadel in einer Welt, in der es keine Ritter mehr gibt.

Und so fällt gleich auf, dass sich Antoine Fuqua weniger vom Exzess oder gar der Spektakularität leiten lässt, sondern einer etwas oldschooligere Kost auf den Zuschauer zukommen lässt. Mit viel Fokus auf seinen Hauptakteuren (Überragend gespielt von Denzel Washington!) inszeniert er die Geschichte um The Equalizer in eher sanften Tönen und mit viel Augenmerk für seinen Protagonisten, ohne diesem jedoch zu viel Hintergrund zu verschaffen. Seine Identität wird nur fragmentweise angeschnitten und aufgedeckt, was mehr Spielraum für zukünftigere Produktion lässt. So also reflektiert sich in Denzel washington die Sympathiefigur des Filmes, der aufgrund einer freundschaftlichen Liebe zu einer jungen Prostituierten zum Equalizer wird. Besonders während seiner Selbstjustizakte, die audiovisuell toll umgesetzt sind, bemerkt man, dass die rohe Gewalt niemals als Stumpfsinn abgefeiert wird, sondern als Mittel zum Zweck, wenn auch diese Brutalität aus dem Sitz reißt. Denn ähnlich wie in anderen Genreproduktion überwiegt hier die ruhige und geradlinig erzählte Geschichte, in der die Gewalttaten in ihrer Brutalität kurzzeitig Abwechslung in das Geschehen integrieren.

Leider gelingt es nicht ganz, Längen zu vermeiden und so gibt es besonders im Mittelteil einige Passagen, die dem Spielfilm leider einige Längen hinzufügen! 15-20 Minuten weniger wären im Gesamtbild deutlich mehr gewesen. Anderseits gibt es jedoch nicht viel zu bemängeln, da von Anfang an klar sein sollte, dass man mit The Equalizer narrativ nur eine durchschnittliche Geschichte präsentiert bekommt. Jedoch ist es schön ein Finale zu sehen, dass nicht auf große Explosionen abzielt oder mit großem Reiz auf ein stilistisches Inferno, sondern mit einer spannenden Atmosphäre, ruhiger Inszenierung und jeder Menge Kreativität.

Was Antoine Fuqua mit The Equalizer geschaffen hat ist reines und geradliniges Genrekino mit einer tollen Inszenierung, guten Schauspielern und Kompromisslosigkeit. Kleiner Abzüge in der Länge sind zu verzeihen, denn The Equalizer ist nettes überdurchschnittliches Thrillerkino, das nicht mehr ist, aber auch nicht mehr sein will!


 

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