„Chatos Land“


Im 1972er Italowestern „Chatos Land“ geht es um das Apachenhalbblut Chato (Charles Bronson), der einen weißen Sherrif in Notwehr erschießt. Kurzerhand macht sich daraufhin ein Lynchmob unter der Führung des Bürgerkriegsveteranen Quincey (Jack Palance) auf um ihn zu fangen.

©20th Century Fox

Interessanter als die eigentliche Geschichte um Charles Bronsons gejagten Indianer sind die Dynamiken, die sich in der kleinen Gruppe der Jäger entwickelt. Hier verzichtet das Drehbuch auf Stereotype und erschafft dreidimensionale Figuren. Mit der Zeit beginnen sich die Motive herauszukristallisieren und wir erleben nicht mehr eine Gruppe von Indianerhassern sondern von differenzierten Gestalten; auf stumpfe Schwarz-Weiß-Malerei verzichtet Michael Winner. Thematisch kann man den Film ohne weiteres als Italowestern einordnen, weißt er doch alle typischen Genremotive auf.
Die beiden treibenden Figuren des Films das Halbblut Chato und der Anführer des Mobs Quincey Whitmore werden von ihren Darstellern brillant gespielt. Charles Bronson knüpft hier nahtlos an seine Leistung im Meisterwerk „Spiel mir das Lied vom Tod“ an und Jack Palance, der einige Genreerfahrung aufzuweisen hat, liefert die beste Leistung des Films ab. In den Nebenrollen finden sich nur talentierte Darsteller, die sich alle Mühe geben zu überzeugen.
Immer wieder vergleichen die Verfolger sich im Film mit Hunden, während man von Chato als Wolf spricht. Und so muss man sich als Zuschauer auf Dauer die Frage stellen, was nun besser ist: Der Wolf zu sein, oder seine domestizierte, gezähmte Version. Darauf gibt der Film keine klare Antwort.


 


Michael Winners britischer Italowestern ist geschickt inszeniert. Die Atmosphäre des staubigen unwirtlichen Landes, Chatos Land, wirkt auf den Zuschauer dauerhaft. Die Spannungen innerhalb des Lynchmobs sowie deren stetig wachsende Angst vom Indianer erwischt zu werden ist spürbar. „Chatos Land“ ist ein mehr als gelungener Western mit starken Hauptdarstellern, der durchgehend für Spannung sorgt, solide Actionszenen beinhaltet und mit einem starken Ende den Zuschauer entlässt. Der Wolf oder der Hund zu sein, das gilt es herauszufinden.

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