„Noah“


Es ist ja momentan in der Mode überall wo auch nur ein bisschen Religion drinnen steckt sofort in Sarkasmus zu verfallen, sich darüber lustig machen, es nur als Fantasy oder Science-Fiction abzutun. Man verspottet die Anhänger von Religionen, stellt sie als verblendete Fanatiker dar, ist in dieser Haltung aber selbst nicht besser als das kreierte Feindbild das man zu bekämpfen versucht und flüchtet sich dabei brav in seine eigene Privatreligion oder noch schlimmer in die anderer (siehe die große Beliebtheit von „Matrix“). So wurde auch im Vorfeld Aronofsky’s Bibelverfilmung „Noah“ verteufelt; das Wort „Märchen“ fiel fast überall.

NOAH
©Paramount

Doch mit der Bibel hat das ganze wenig zu tun. Das bemerkt man schon daran, dass sich Aronofsky weniger auf den alttestamentarischen Text, als auf eine Comicvorlage stützte. Dies ist ja nicht unbedingt ein schlechtes Vorzeichen. Entgegen der Stimmen im Voraus handelt es sich mit diesem Film nicht um Bibel-Propaganda, sondern um einen Ököschinken. Oberhippie Noah (Russel Crowe), der noch nie etwas von Proteinen gehört hat, verzieht sich mit seiner Familie irgendwo hin aufs Land, wo sie dann beschützt von den Steinbeißern aus der Unendlichen Geschichte die Arche zimmern. Noah verabscheut diese Menschen aus den Städten. Aronofsky zieht sofort die Grenze zwischen den Guten und den Schlechten, diese Grenzen sind so eisenhart, dass Noah nicht einmal mehr Platz für zwei unschuldige junge Mädchen für seine Söhne, da diese ja aus den Reihen der Schlechten hätten kommen müssen. Der Gute ist Veganerhippie und Familienmensch, der Böse ist Fleisch und lebt in einer Art System.
Anstatt sich tatsächlich mit der Bibel zu beschäftigen bzw. tatsächlich Theologische Fragen zu stellen beharrt der Film ganz einfach auf seiner Naturromantik und Ökoideologie, verschleiert sich in dem mythischen, dass er so erzwungen kreiert. An einer Stelle sagt der Böse Tublai-Kain (Ray Winstone), dass ein Mensch doch nach seinem Willen handeln müsse und nicht nach dem Schöpfer (oder so ähnlich) hier hätte man wirklich interessante Fragen stellen können, doch leider macht der Film dies sofort mit Ach und Krach zu nichte.
Schauspielerisch wirkt es hier wie Theater. Grotesk lächerliche Texte werden vorgetragen; es wirkt ein wenig wie in der Augsburger Puppenkiste. Eigentlich großartige Darsteller, die mich alle schon in irgendeinem Film überzeugt haben sind hier einfach nur erbärmlich. Es tut weh diesen Größen dabei zuzusehen, wie sie sich hier so dermaßen blamieren. Und dabei verheizt der Film auch noch vier meiner Lieblinge…



Darren Aronofsky hat seine „Bibelverfilmung“ außerordentlich an die Wand gefahren. Das Skript ist vollkommen lächerlich, ja absolut erbärmlich, die Schauspieler agieren dementsprechend. Anstatt sich tatsächlich der Theologie zu widmen, verkommt „Noah“ zu einem Möchtegern Fantasy-Epos ohne jeglichen künstlerischen Anspruch dass vor Aronofskys Ökoideologie nur so trieft. Ein fürchterlich schlechter Film.


 

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